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© 2006 Feuerwehr Mixnitz
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März 2006
Feb. 2006 Katastrophenalarm im Mariazellerland
Feb. 2006 Jahresbericht 2005 (zum Download, 600 kB)
Im Hinblick auf die Dateigröße finden Sie hier einen Jahresbericht mit geringer Auflösung der Fotos. Sollten Sie an einem Jahresbericht in Top-Qualität interessiert sein, nehmen Sie mit uns per Email Kontakt auf. Wir senden Ihnen eine Ausgabe zu.
Sep. 2005 FuB-Übung bei der Styromag in St. Katharein
Aug. 2005 Hochwassereinsatz vom 21. bis 27. August 2005
Jan. 2005 Lkw-Lenker im Führerhaus eingeklemmt
Sep. 2003 Übung macht den Meister
Nov. 2002 Tödlicher Tauchunfall bei der Wehranlage Mixnitz
Okt. 2002 F.u.B.-Übung in zwei Teilen
Aug. 2002 F.u.B.-Einsatz: Hilfeleistung nach den schweren Unwettern in Grafenwörth/NÖ
Juni 2002 Versorgungsfahrzeug neu im Dienst
Feb. 2002 4 Menschen gerettet, 75 Einsätze, 10.296 Stunden - Ein Rückblick auf das Jahr 2001
Nov. 2001 Tunnelübung: Verkehrsunfall mit Brand im Tanzenbergtunnel am 29.10.2001
Sep. 2001 Mahlzeit - Ein Porträt der Feuerwehrfeldküche
Dez. 2000 Eine lebensgefährliche Strecke - Die B335 bei Mixnitz und Pernegg
Sep. 2000 "Brand aus" ... bevor Waldbrände Schlagzeilen machen
Dez. 1999 Wer rasch hilft, hilft doppelt - Neues MTFA und Abschleppachse für die Feuerwehr Mixnitz
April 1998 Nasser Rückblick: Der Sommer in dem die Fluten kamen
Nov. 1997 Der Schritt ins nächste Jahrtausend - Neues Rüstlöschfahrzeug in Mixnitz
Sep. 1995 Alpinunfälle: Neue Nachtrettungsmöglichkeit
Feb. 1936 Waldbrand
April 1932 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und Rettungsabteilung Mixnitz

 

 

 





Modernste Technik für den Tunnel. Der Umbau des RLFA Mixnitz zurück
Veröffentlicht Pernegg Aktuell Nr. 120 (Sommer 2006); Jahresbericht 2006 der FF Mixnitz
Text Ingo Mayer
Fotos Feuerwehr Mixnitz

Im Jahr 1997 wurde das mehr als dreißig Jahre alte Tanklöschfahrzeug durch ein neues, modernes Rüstlöschfahrzeug (RLF) ersetzt. Dieses Fahrzeug hat sich seither in einer Vielzahl von Einsätzen bewährt, und ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Feuerwehr Mixnitz geworden. Nun, neun Jahre später, war jedoch eine umfassende Adaptierung des Fahrzeuges notwendig geworden.

Aufgrund eines steiermarkweiten Ausrüstungskonzeptes für Feuerwehren, welche Sonderaufgaben im Rahmen der Brandbekämpfung in Straßentunnels haben, musste das RLF umgebaut, und die Gerätschaften erweitert werden.

Der wesentlichste Gedanke bei der Adaptierung des Fahrzeuges war der Schutz der eingesetzten Feuerwehrmannschaften. Das Hauptproblem bei einem Brand im Tunnel liegt in der verrauchten und damit giftigen Luft. Daher wurde für jedes Besatzungsmitglied des RLF ein Spezialatemschutzgerät aufgepackt, das den Träger über eine Stunde atembare Luft zur Verfügung stellt. Weiters wurde das Fahrzeug zur raschen Brandbekämpfung mit einem tragbaren Wasserwerfer, und zur effizienten Befreiung von Personen aus Unfallfahrzeugen mit hydraulischen Rettungsgeräten und pneumatischen Hebekissen ausgerüstet. Um den Unfallort in einem Tunnel auch dann erreichen zu können, wenn die Zufahrt mit Einsatzfahrzeugen nicht vollständig möglich ist, sind all die zuvor genannten Geräte sehr kompakt ausgeführt. Dadurch können sie auch zu Fuß an die Einsatzstelle getragen werden. Zur reibungslosen Koordination der Einsatzmannschaften wurden spezielle Funkgeräte angeschafft, welche eine Kommunikation über die im Tunnel installierten Objektfunkeinrichtungen ermöglichen. Durch das Bekleben des Fahrzeuges mit auffälligen, rückstrahlenden Folien und dem Einbau von grellen blauen Blitzleuchten und optischen Verkehrswarneinrichtungen wurde die Sichtbarkeit des Fahrzeuges erhöht; gerade bei Einsätzen auf Autobahn eine oftmals lebenswichtige Schutzfunktion.

Die Auswahl und der Ankauf der Geräte sowie der dazu notwendige Umbau des Feuerwehrfahrzeuges wurden in enger Zusammenarbeit mit der Technikabteilung des Landesfeuerwehrverbandes erledigt. Die Kosten für diese Maßnahmen trug zu hundert Prozent der Betreiber des Tunnels, die ASFINAG.


 


Katastrophenalarm im Mariazellerland zurück
Veröffentlicht Blaulicht 3/2006; Homepage des BFV Bruck/Mur; Jahresbericht 2006 der FF Mixnitz
Text Peter Schentler, Ernst Vestl, Peter Schelch, Gilbert Frühwirth
Fotos Rudi Wallner, FF Mixnitz, BFV Bruck/Mur

Das Mariazellerland, bestehend aus den Gemeinden Mariazell, Gußwerk, Halltal und St. Sebastian, hatte diesen Winter die stärksten Schneefälle seit dem Jahr 1943 zu bewältigen. Insgesamt fielen seit November 9,6 Meter Schnee, davon rund zwei Meter in der Woche auf den 9. Februar. Nachdem bereits zwei Wochen zuvor das Dach des Mariazeller Rathauses deutlich geringeren Schneefällen nicht standhalten konnte (siehe Bericht im Blaulicht 2/2006), wurde befürchtet, dass hunderte Gebäude durch die Schneelast einstürzen könnten. Dies führte zu einem der größten Einsätze in der Steiermark in der Nachkriegszeit, bei dem vom 9. bis 16. Februar 2006 von 8.022 Einsatzkräften 128.352 Stunden geleistet wurden. Insgesamt wurden 950 Objekte vom Schnee befreit. Die von den Einsatzkräften abgeschaufelten Schneemassen würden ein Fußballfeld 27 Meter hoch bedecken.

--> Ergänzung: Die Feuerwehr Mixnitz war vom Freitag (09.02.2006) bis Mittwoch (15.02.2006) bei dem Einsatz vertreten. Einerseits waren Mitglieder der Feuerwehr Mixnitz in der Einsatzleitung sowie im Stab der FuB/KHD eingesetzt, andererseits auch unter den Einsatzkräften, welche die Gebäude von den Schneemassen befreit haben, vertreten. Zusätzlich war auch die Bergrettung Mixnitz mehrere Tage lang in Mariazell.

Der Einsatz – eine Chronologie

Donnerstag, 9. Februar 2006
Am 9. Februar wurden die Feuerwehren des Abschnittes Mariazell (FF Mariazell, FF Gußwerk, FF Gollrad, FF Weichselboden) aufgrund starker Schneefälle alarmiert: Einige exponierte Gebäude mussten vom Schnee befreit werden. Was zu dieser Zeit noch ein normaler Einsatz zu sein schien, wie er in der Region in jedem Winter mehrmals zu bewältigen ist, entwickelte es sich in der Folge jedoch komplett anders.

Freitag, 10. Februar 2006
In der Nacht von 9. auf 10. Februar 2006 spitzte sich die Situation dramatisch zu. Über ein Meter Neuschnee war auf die bereits von den Vortagen vorhandene dicke Schneedecke gefallen, der Schnee war teilweise am Dach angefroren und zu kompakten Massen geformt. Die gesamte Region befand sich im Ausnahmezustand, auf jedes im Einsatz befindliche Feuerwehrmitglied kamen mehrere Häuser, die potenziell vom Einsturz bedroht waren. In Abstimmung mit den örtlichen Bürgermeistern, der Bezirkshauptmannschaft Bruck/Mur sowie dem Landesfeuerwehr- und dem Bezirksfeuerwehrkommandanten wurde deshalb am 10. Februar 2006 um 9.40 Uhr Bezirksalarm ausgelöst. 165 Mann des Bezirkes Bruck/Mur sowie eine Einheit des Österreichischen Bundesheeres unterstützten die örtlichen Kräfte bei dringend notwendigen Sofortmaßnahmen bei besonders gefährdenden Objekten.

Bis zum Ende des Tages war jedoch kein Ende des Einsatzes in Sicht. Eher das Gegenteil war der Fall. Die Stärke der Schneefälle nahm noch zu.

Samstag, 11. Februar 2006
Am 11. Februar wurde von den Behörden aufgrund der sich immer ausweitenden Einsatztätigkeiten der Katastrophenzustand ausgerufen. Obwohl die örtlichen Feuerwehren und die FuB/KHD des Bezirkes Bruck/Mur bereits seit den Morgenstunden im Einsatz waren, wurde rasch klar, dass mit den eigenen Kräften des Bezirkes die Lage nicht mehr bewältigt werden konnte. Aus diesem Grund wurden weitere FuB-Einheiten (Graz-Umgebung und Leoben) alarmiert. Zusätzlich war auch das Bundesheer mit Einheiten aus St. Michael und Leibnitz sowie das Militärkommando Steiermark im Einsatz.
Die Arbeiten auf den Dächern gestalteten sich als äußerst schwierig und gefährlich. Die Bergrettung sowie die Alpinpolizei und Flug- und Höhenretter der Feuerwehr unterstützten die Einsatzkräfte bei der Sicherung, um Abstürzen und Verletzungen vorzubeugen.

Zusätzlich waren laufend fünf bis sieben Statiker im Einsatzgebiet unterwegs. Ihre Aufgabe war es – auf Basis der eingehenden Notrufe der Bevölkerung – die Gebäude zu begutachten und entsprechend der Einsturzgefahr sowie sonstiger Gefährdungspotenziale zu priorisieren. Je nach Gefährdung wurde jedem Gebäude eine Kategorie zugewiesen (A: sofort vom Schnee befreien, Einsturzgefahr; B: Schneelast bereits bedenklich, jedoch keine direkte Einsturzgefahr; C: Schneelast nicht bedrohlich), und diese nacheinander von den Einsatzkräften abgearbeitet.

Am Samstag übernahm auch die Gesamteinsatzleitung Mariazell, bestehend aus der Behörde (Land Steiermark, Bezirkshauptmannschaft Bruck/Mur, Exekutive), den Bürgermeistern sowie Mitarbeitern der umliegenden Gemeinden, dem Landesbranddirektor, dem Bezirksfeuerwehrkommando, dem FuB-Stab sowie Vertretern des ÖRK, des Bundesheers, der Bergrettung und dem KIT-Team des Landes, die Koordination der Einsatztätigkeiten.

Um 11.30 Uhr musste die Basilika aufgrund eines Statikergutachtens für die Gläubigen gesperrt werden. Dies hatte zur Folge, dass aufgrund des enormen Echos der Medien aus ganz Österreich der Pressedienst der FuB-Bereitschaft zugleich Pressestelle der behördlichen Einsatzleitung wurde. Die Unterbringung erfolgte räumlich von der Einsatzleitung getrennt in einem benachbarten Museum. Gegen Abend konnte die Sperre der Basilika, nachdem das Dach von Einsatzkräften geräumt wurde, wieder aufgehoben werden.

Sonntag, 12. Februar 2006
Bereits um 5.00 Uhr früh wurden von der Einsatzleitung die Tätigkeiten für bevorstehenden Tag erhoben und priorisiert, so dass den eintreffenden Einsatzkräften ihre Aufgaben ohne Zeitverlust zugewiesen werden konnten. Neben den Feuerwehren aus dem Bezirk Bruck waren auch noch FuB-Einheiten aus den Bezirken Hartberg, Graz-Umgebung, Knittelfeld und Weiz sowie Einsatzkräfte der BF Graz und der Feuerwehrschule anwesend. Die Arbeit der letzten Tage setzte sich unvermindert fort.

Montag, 13. Februar 2006
Wie auch in den letzten Tagen besteht die Hauptaufgabe der Einsatzkräfte darin den Schnee von den Dächern zu räumen. Über 550 Gebäude konnten seit Freitag bereits vom Schnee befreit werden, rund 400 standen noch bevor. Feuerwehren aus neun steirischen Bezirken und aus dem Burgenland sowie von der Feuerwehrschule waren im Einsatz, die Einheiten des Bundesheeres wurden durch das Militärkommando Niederösterreich sowie der FLA Zeltweg und Aigen verstärkt.

Aufgrund der Schneefälle blieben in Mariazell auch die Schulen gesperrt. Einerseits wurde das Bundesheer in der Schule untergebracht, andererseits hätte der Weg zur Schule – durch den mit den Einsatztätigkeiten verbundenen Fahrzeugverkehr sowie die Schneemassen auf den Dächern – eine zusätzliche Gefahr für die SchülerInnen bedeutet.

Für Mitte der Woche wurde Tauwetter vorhergesagt, was zu einer teilweisen Schneeschmelze und damit zu einer weiteren Erhöhung des Gewichtes führen würde. Es war deshalb notwendig, dass die Einsatzmaßnahmen bis dorthin abgeschlossen werden.

Dienstag, 14. Februar 2006
Der sechste Tag der Einsatzmaßnahmen. Wieder waren eine Vielzahl von Einsatzkräften im Einsatz: Feuerwehren aus zehn steirischen Bezirken sowie von der Feuerwehrschule, das Bundesheer, die Bergrettung und das Rote Kreuz.

Mittwoch, 15. Februar 2006
Tag 7 der Einsatztätigkeiten. Neben Kräften aus vier steirischen Bezirken waren auch Mann-schaften der BF Wien eingesetzt.

Donnerstag, 16. Februar 2006
An diesem Tag wurde der Einsatz abgeschlossen. Am Donnerstagabend konnte der Katastro-phenzustand im Raum Mariazell aufgehoben werden.


Übersicht über die Einsatzkräfte

Eingesetzte Kräfte Gesamt

Eingesetzte Mannschaften der Feuerwehren (nach Bezirk, Bundesland)

Vom 9. bis 16. Februar 2006 wurden von 8.022 Einsatzkräften insgesamt 128.352 Stunden geleistet. Durch diesen außergewöhnlichen Großeinsatz von Feuerwehren aus dem Land Steiermark, dem Burgenland, der Berufsfeuerwehren Graz und Wien, der Feuerwehrschule, der Bergrettung, der Alpinpolizei, des ÖRK, der Exekutive, der Straßenmeisterei, des Bundesheeres und der vielen Fremdfirmen konnte letztlich enormer Schaden und persönliches Leid verhindert werden. Die große Anzahl von Feuerwehrkräften wurde durch die hervorragende Unterstützung von Herrn Landesbranddirektor Franz Hauptmann aktiviert, der sich mehrmals direkt vor Ort über das Einsatzgeschehen informiert hat. Leider wurden beim Einsatz ein Feuerwehrmann und zwei Bundesheersoldaten leicht verletzt.

Insgesamt wurden 950 Objekte vom Schnee befreit. Die von den Einsatzkräften abgeschaufelten Schneemassen würden (laut den Statikern) ein Fußballfeld 27 Meter hoch bedecken.

Fazit und Erkenntnisse

Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte (Feuerwehr, Bundesheer, Rotes Kreuz, Bergrettung) mit der behördlichen Einsatzleitung und den örtlichen Bürgermeistern funktionierte ausgezeichnet. Alle Maßnahmen wurden untereinander ständig abgestimmt sowie eine laufende gegenseitige Information über die Aktivitäten vorgenommen. Während der sechs Tage, in denen häufig mit wenig Schlaf und großem Zeitdruck gearbeitet wurde, sind keine Unstimmigkeiten und Probleme aufgetreten. Das Zusammenspiel aller Kräfte funktionierte beispielgebend!

Die Gesamteinsatzleitung war im Rüsthaus der Feuerwehr Mariazell untergebracht. Dies war einerseits von der Lage her (zentral im Ortsgebiet) sowie von der Kommunikationsanbindung sehr positiv, andererseits jedoch durch die hohe Anzahl an Personen aufgrund der Vielzahl an beteiligten Einsatzorganisationen, Behörden und Gemeinden, aus Platzgründen sehr problematisch.

Durch den massiven Einsatz von Einsatzkräften konnte großer Schaden und Leid in der Bevölkerung verhindert werden. Bei großflächigen Einsätzen mit hunderten von Schadensstellen ist es immens wichtig große Personalreserven in der Hinterhand zu haben.

In den ersten Tagen standen zu wenige Aufstiegshilfen (Hubgeräte, Kräne, Leitern) zur Verfügung. Auch Lader und Lkw zum Abtransport der Schneemengen mussten nachgeordert werden. Zur Lösung des Problems wurden Spezialgeräte aus anderen Bezirken sowie Fremdfirmen mit Kränen, Hubgeräten und Lkws aus dem gesamten Bezirk angefordert, so dass ab Montag keine Engpässe mehr aufgetreten sind.

Die Sicherung der Einsatzkräfte am Dach hatte absoluten Vorrang. Der Einsatz der Bergrettung und Alpinpolizei sowie der Höhenretter und Flughelfer der Feuerwehren sorgten dafür, dass jedes Feuerwehrmitglied gesichert wurde. Durch diese gewissenhaften Vorsichtsmaßnahmen kam es zu keinen ernsten Verletzungen während des Einsatzes, was für die gute Ausbildung und Absicherung der Einsatzkräfte spricht. Wie sich relativ rasch herausstellte, war für die Einsatzkräfte zuwenig Sicherungsgeschirr vorhanden. Dies wurde von der Abteilung für Landesverteidigung und Katastrophenschutz, Herrn Hofrat Dr. Kalcher, sofort nachgeordert.

Für die ärztliche Versorgung und Vorsorge waren stets Notarztteams und Rettungswagen verfügbar. Auch die Spitäler Mariazell und Bruck waren in Alarmbereitschaft versetzt worden um sofort einsatzbereit zu sein, sollte es zu Unfällen kommen.

Die Bundesstraßenverwaltung hatte von der Bezirkshauptmannschaft den Auftrag die Straße vom Seeberg nach Mariazell permanent zu räumen. Nur durch diese intensiven Tätigkeiten konnte die große Anzahl von Einsatzfahrzeugen aus dem gesamten Bundesland, dem Burgenland und Wien, relativ ungehindert anfahren.

Durch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit wurden die regionalen sowie überregionalen Medien von Seiten der Feuerwehr informiert. Täglich wurden zwei (mit der behördlichen Einsatzleitung abgestimmte) Pressemeldungen per Fax sowie per Email (inkl. Fotos) übermittelt und so stets ein aktueller Stand des Einsatzgeschehens vermittelt, sowie die Kontaktdaten des jeweiligen Ansprechpartners an die Medien weitergegeben.

Aufgrund der Rückmeldungen der Statiker konnte in Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie ortskundigen Feuerwehrmitgliedern eine Prioritätenliste der Gebäude erstellt werden. Dadurch konnten vom FuB-Stab laufend Arbeitsaufträge mit Detailangaben erstellt und den Feuerwehren zugewiesen werden. Für die an Mariazell angrenzenden Gemeinden Gußwerk, St. Sebastian und Halltal wurden Sammelaufträge für die FuB-Bereitschaften ausgestellt. Diese wurden dann dezentral in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der jeweiligen Gemeinden durchbesprochen und selbstständig abgearbeitet. Ein Mitarbeiter wurde eingeteilt, der sich ausschließlich um die Verfügbarkeit und Einteilung der Kräne, Hebebühnen und sonstige Aufstiegshilfen von Fremdfirmen kümmerte, um hier einen optimalen Ablauf gewährleisten zu können.

Bei diesem Einsatz hat sich gezeigt, wie wichtig ein hundertprozentig funktionierender Stab der FuB/KHD ist. Die gesamte Auftragskoordination lief ausschließlich über den Stab, von den Mitarbeitern wurde ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die Besetzung der einzelnen Funktionen konnte im Wechseldienst (pro Stabsfunktion sind drei bis vier Feuerwehrmitglieder vorgesehen) abgewickelt werden. Künftig ist auch verstärkt darauf zu achten, dass hier vorwiegend Mitarbeiter vorgesehen sind, die problemlos dienstfrei bekommen. Auch das KIT-Team des Landes Steiermark hatte in einigen Fällen unterstützend eingegriffen und Unannehmlich-keiten von den Einsatzkräften ferngehalten.

 


FuB-Übung bei der Styromag in St. Katharein zurück
Veröffentlicht Blaulicht 2/2006 (ungekürzte Fassung); Jahresbericht 2005 der FF Mixnitz
Text Peter Schelch (& Peter Schentler)
Fotos -

Eine in dieser Form einzigartige Übung wurde im Rahmen der FuB/KHD des Bezirkes Bruck/Mur am 16. September 2005 am Gelände der Firma Styromag in St. Katharein/Laming durchgeführt.

Übungsannahme war, dass im Bereich des Bergwerkes ein Radlader zu brennen begonnen hat, und es in weiterer Folge durch die große Hitze zu einem „Verbruch“ kam, bei dem ein Kleintransporter mit Fahrer verschüttet wurde. Diese Situation ereignete sich ca. 80 Meter vom Grubeneingang entfernt. Aufgrund der herrschenden Witterung (die giftigen Rauchgase verhinderten eine Flucht aus dem Stollen) wurden insgesamt vier Mitarbeiter eingeschlossen, zwei Mitarbeiter davon im Grubenbereich C, der ca. 1.200 m vom Eingang entfernt liegt. Zusätzlich wurde ein Dieselöltank leck, Schadstoffe drohten in das Grundwasser einzudringen. An dieser Übung nahmen insgesamt rund 330 Feuerwehrmitglieder mit 60 Fahrzeugen sowie die Grubenwehr Breitenau und das Rote Kreuz teil. Auch der gesamte behördliche Einsatzstab (ua. Katastrophenschutzabteilung des Landes Steiermark, Bezirkshauptmannschaft Bruck/Mur, Montanbehörde, Exekutive) ist bei dieser Übung zum Einsatz gekommen.

Zu den schweißtreibenden Aufgaben zählte für die eingesetzten Züge die Bergung der verunglückten Bergwerksarbeiter unter der Leitung der Grubenwehr. Um zu den Eingeschlossenen in der unteren Ebene im Bergwerk zu ge-langen, mussten die Sauerstoffkreislaufgeräteträger einen Anmarschweg von 1.700 m zurücklegen. Eine besondere Schwierigkeit galt auch dem technischen Zug, der einen ca. 5 Tonnen schweren Felsbrocken von einem Fahrzeug im Bergwerksbereich wegzubewegen hatte. Auch die Stabsarbeit darf durchaus als gelungen bezeichnet werden, die Er-kenntnisse des vorjährigen Katholikentages in Mariazell konnten effizient umgesetzt werden. Sogar ein Realeinsatz (Bahndammbrand in Kapfenberg) während der FuB-Übung konnte den Stab nicht in Verlegenheit bringen: ein sich in Anfahrt befindlicher Zug wurde zur Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte ins Einsatzgebiet abkommandiert. Auch im Bereich der Pressearbeit wurden vom Bereitschaftskommando neue Wege beschritten: Eine Pressekonferenz konnte erfolgreich im Rahmen dieser Übung inszeniert werden.

Die Feuerwehr Mixnitz war mit dem MTFA, dem VF und der Feldküche sowie neun Feuerwehrmitgliedern (im Stab sowie bei der Feldküche) bei der Übung vertreten.


Der Stollen zum Bergwerk in dem die Bergleute vermisst waren.
Lagebesprechung im Stab der FuB.
Ein fünf Tonnen schwerer Felsbrocken musste entfernt werden.
Die behördliche Einsatzleitung koordinierte das Einsatzgeschehen.

 


Hochwassereinsatz vom 21. bis 27. August 2005 zurück
Veröffentlicht Pernegg Aktuell (Ausgabe September 2005); Jahresbericht 2005 der FF Mixnitz
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz

Im August dieses Jahres hatte die Feuerwehr Mixnitz einen der größten Einsätze in den letzten 15 Jahren zu bewältigen. Was am Anfang noch wie ein „normaler“ Hochwassereinsatz schien, entwickelte sich in Folge jedoch ganz anders.

Am 21. August wurde die Feuerwehr im Laufe des Nachmittags zu Einsätzen auf der B335 und der L104 alarmiert. Die Straßen waren aufgrund von Überflutungen und einem Murenabgang nicht passierbar und mussten für den Verkehr frei gemacht werden. Anschließend waren einige weitere kleine Einsätze zu bewältigen.

Ab ca. 17.30 Uhr spitzte sich die Lage dramatisch zu. Der Pegelstand des Bärenschützbaches wurde immer höher, der Fluss drohte über die Ufer zu treten. Auch wurde die Feuerwehr von der Landeswarnzentrale informiert, dass aufgrund der starken Regenfälle auf der Teichalm die Möglichkeit bestand, dass die Schleusen des Teichalmsees geöffnet werden müssen, und dies zu einem weiteren Ansteigen des Bärenschützbaches führen könnte. Während die Anrainer informiert und die Gebäude entlang der Bärenschützstraße mit Sandsäcken gesichert wurden, begann es heftiger zu regnen. Auch der Breitenauerbach stieg stark an, wodurch es zu Verklausungen an Brücken und zu überfluteten Kellern kam. In den folgenden Stunden ging eine Vielzahl von Notrufen bei der Flori-anstation sowie im Rüsthaus ein.

Die Feuerwehrmitglieder waren im Dauereinsatz, da bei rund 25 Schadensstellen Keller ausgepumpt, Häuser vor Überflutungen geschützt und Straßen frei gemacht werden mussten.

Um ca. 22.30 Uhr verschärfte sich die Situation ein weiteres Mal. Durch Verklausungen an Brücken über den Breitenauerbach wurden einige Gebiete in Mautstatt großflächig überflutet sowie die L104 und die Lokalbahnstrecke an mehreren Stellen unterspült und zerstört. Auch der Wasserspiegel stieg kontinuierlich an, weshalb zwei Häuser evakuiert werden mussten. Mit Baggern wurde Gestein und Schotter aus dem Flussbett transportiert, um Platz für die Wassermassen zu schaffen, und die Gefahr für die Häuser zu vermindern. Im Laufe der Nacht wurden am hochwasserführenden Breitenauerbach insgesamt drei Brücken zerstört, die ge-fährdeten Häuser hielten dem Wasser jedoch stand.

Am Montag, den 22. August 2005, setzte sich das Einsatzgeschehen fort. Die Feuerwehrmitglieder, die oft nur zu ein bis zwei Stunden Schlaf gekommen waren, mussten weitere Keller auspumpen sowie Verklausungen entfernen. Der Breitenauerbach, der an manchen Stellen das Zehnfache seiner normalen Breite erreichte, drohte im Bereich Rudorfer weitere Objekte zu unterspülen. Durch den gemeinsamen Einsatz von Feuerwehr und Spezialfahrzeugen konnte dies jedoch verhindert werden.

Am Dienstag, den 23. August, wurde die FF Mixnitz bereits um 7.30 Uhr zu einem Verkehrsunfall alarmiert. Anschließend waren die Feuerwehrmitglieder erneut den ganzen Tag bei Aufräumarbeiten eingesetzt; die Schäden der letzten Tage mussten beseitigt werden. Um 18.00 Uhr gab es noch eine Schrecksekunde, als ein Anrainer in den hochwas-serführenden Bärenschützbach gefallen zu sein schien. Dies stellte sich jedoch als Fehlalarm heraus.

Auch am Mittwoch, Donnerstag und Samstag waren weitere Auspumparbeiten und Aufräumarbeiten sowie einige Kleineinsätze erforderlich.

Insgesamt wurde die Feuerwehr Mixnitz zu 35 verschiedenen Schadensstellen gerufen. Mehrere 100.000 Liter Wasser wurden von der Feuerwehr aus Kellern ins Freie gepumpt, rund 1.000 Sandsäcke an den verschiedenen Schadenstellen verlegt. Vom 21. bis 27. August 2005 wurden 650 Stunden geleistet. Damit war dies – neben dem Waldbrand in Pernegg im Jahr 1998 (900 Stunden) und den Hochwassereinsätzen im Jahr 1997 (Moschergraben ca. 610 Stunden, Bärenschützklamm ca. 360 Stunden) – einer der größten Einsätze der FF Mixnitz in den letzten fünfzehn Jahren.

 



Der Rudorferweg wurde komplett zerstört, die Wassermassen bedrohten auch das Gehöft Krautinger.
Die Rudorferbrücke wurde von den Fluten weggerissen.
Auch die L104 wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.
Im Ortsteil Mixnitz wurde Gebäude mit Sandsäcken gegen das Wasser geschützt.
Im Ortsteil Mautstatt trat der Breitenauerbach über die Ufer...
Mehrere Gebäude mussten evakuiert werden.
Der Breitenauerbach erreichte an manchen Stellen das drei- bis vierfache seiner normalen Breite.
Die Lokalbahn Mixnitz-St. Erhard wurde an mehreren Stellen schwer beschädigt.
Die Asphaltdecke auf der L104 wurde an mehreren Stellen "zerbrochen".
Die Aufräumarbeiten waren am Dienstag den ganzen Tag im Gange.
Zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.

 


Lkw-Lenker im Führerhaus eingeklemmt zurück
Veröffentlicht Jahresbericht 2005 der FF Mixnitz
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz

Zusammenstoß zweier Lkws auf L104 Richtung Breitenau“ war der Inhalt eines Notrufes, der am 27. Jänner 2005 um 9.22 Uhr bei der Florianstation Bruck/Mur einging. Tatsächlich stellte sich die Situation aber als wesentlich prekärer heraus, wie die sofort alarmierte Feuerwehr Mixnitz feststellen musste, als das erste Einsatzfahrzeug nur wenige Minuten später am Unfallort eintraf: Zwei Lkws waren in einer Kurve miteinander kollidiert und schwer beschädigt, wobei einer schräg auf der Böschung stand, und nur zwei Bäume einen Absturz auf die Geleise der vorbeiführenden Eisenbahn verhinderten. Ein Lenker war leicht verletzt, der zweite schwer verletzt im Führerhaus eingeklemmt.

Sofort nach dem Eintreffen am Einsatz-ort wurde um 9.33 Uhr ein zweites hydraulisches Rettungsgerät nachalarmiert, da bereits absehbar war, dass sich die Bergung aus dem völlig deformierten und zerstörten Führerhaus als sehr schwierig gestalten würde. Zusätzlich wurde die Abschaltung der Fahrleitung der Lokalbahn Mixnitz-St. Erhard veranlasst.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Mixnitz begannen sofort mit den Bergungsarbeiten. Ab 9.45 Uhr wurden sie dabei auch von der Feuerwehr Pernegg unterstützt. Die Bergung selbst gestaltete sich als äußerst schwierig. Das Führerhaus war durch die Wucht des Aufpralls sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden, was weder eine Rettung des Fahrers, noch seine ausreichende Erstversorgung im Fahrzeug durch den Notarzt zuließ. Auch mussten die Rettungsgeräte in nahezu zwei Meter Höhe eingesetzt werden, was die Arbeiten der Einsatzkräfte zusätzlich erschwerte. Unter Verwendung von zwei hydraulischen Rettungsgeräten konnte der Verletzte schließlich um 10.12 Uhr, nachdem ein großer Teil des Führerhauses entfernt worden war, befreit werden. Er wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus transportiert.

Für die Bergungsarbeiten der Fahrzeuge wurde das Kranfahrzeug der FF Bruck sowie ein privates Bergungsunternehmen angefordert. Nachdem die beiden Lkws um 11.00 bzw. 12.15 Uhr geborgen und abtransportiert waren, mussten noch zwei Bäume gefällt werden, die durch den Lkw teilweise entwurzelt wurden, und eine Gefahr für die Fahrleitung der Lokalbahn darstellten. Um ca. 13.00 Uhr waren die Aufräumarbeiten beendet und die Straße konnte wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Insgesamt waren 20 Feuerwehrmitglieder mit 5 Fahrzeugen, das Rote Kreuz mit 8 Mann und 3 Fahrzeugen sowie die Gendarmerie und die Straßenmeisterei im Einsatz.



Der Lenker war im völlig zerstörten Führerhaus eingeklemmt.
Die Bergung erfolgte mittels des Kranes der FF Bruck.

 

Übung macht den Meister zurück
Veröffentlicht Pernegg Aktuell (Ausgabe September 2003)
Text Peter Schentler
Fotos -

Um so unterschiedlichen Einsätzen wie Verkehrsunfällen, Fahrzeugbergungen, Einsätzen nach Unwettern, Brand- und Gefahrstoffeinsätzen, zu welchen die Feuerwehr Mixnitz alarmiert wird, gewachsen zu sein, bedarf es eines großen Aufwandes für Übungen und Schulungen. 90 Übungen und Ausbildungen mit einem Gesamtaufwand von 1.606 Stunden wurden im letzten Jahr durchgeführt. Im Durchschnitt sind dies 38 Stunden pro aktiven Mitglied bzw. Mitglied der Feuerwehrjugend pro Jahr.

Bereits im Jänner und Februar jedes Jahres werden Winterschulungen für die gesamte Mannschaft durchgeführt. Die allgemeinen Übungen finden dann von April bis Juni und von August bis Oktober statt. Das Jahr endet wieder mit Winterschulungen im November. Bei den allgemeinen Übungen und Schulungen wurden im letzten Jahr Themen wie Gefährliche Stoffe, Verkehrsunfälle, Brandeinsätze, ein Schachteinsturz oder das Arbeiten mit Hebekissen und Seilwinde beübt.

Neben diesen allgemeinen Übungen gibt es zusätzlich noch viele Spezialübungen für die einzelnen Fachbereiche. Es gibt Übungen und -schulungen für Gruppenkommandanten, Atemschutzträger, Fahrer von Einsatzfahrzeugen, für das Verkehrsleitkonzept und Hydraulische Rettungsgeräte. Zusätzlich werden auch Übungen im Rahmen der Grundausbildung durchgeführt, um neue Mitglieder und die Feuerwehrjugend auf den aktiven Einsatzdienst vorzubereiten.

Für die Jugend findet im Juni das Feuerwehrleistungsabzeichen und im Herbst der Wissenstest statt, die beide umfangreicher Vorbereitung benötigten, um die geforderten Leistungen erbringen zu können. Für die aktiven Mitglieder gibt es die Technische Leistungsprüfung, das Funkleistungsabzeichen sowie das Feuerwehrleistungsabzeichen, in denen einsatzähnliche Situationen in Wettkämpfen bewältigt werden müssen. Des weiteren ist die Feuerwehr Mixnitz auch Teil des Katastrophenhilfsdienstzuges des Bezirkes Bruck/Mur und nimmt zwei Mal pro Jahr an Übungen teil.

Um die Ausbildung in der Feuerwehr noch zu erweitern und zu ergänzen besuchen unsere Mitglieder auch Kurse in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring, beim Roten Kreuz und beim Bezirksfeuerwehrverband Bruck/Mur. Diese Kurse finden zum größten Teil an Werktagen statt. Der Großteil unserer Mitglieder muss Urlaub nehmen, um diese Lehrgänge besuchen zu können. Trotzdem liegt der durchschnittliche Ausbildungsstand der FF Mixnitz bei elf Kursbesuchen pro Mitglied.

99 Übungen im Jahr 2001, 90 Übungen im Jahr 2002, und auch dieses Jahr werden es wohl nicht weniger sein. Trotz des enormen Aufwandes nehmen alle Mitglieder der Feuerwehr immer wieder daran teil. Denn nur wer die eigenen Geräte kennt und eine Situation schon beübt hat, kann im Ernstfall helfen. Denn nur Übung macht den Meister.

 


Tödlicher Tauchunfall bei der Wehranlage Mixnitz zurück
Veröffentlicht Blaulicht 12-2002; Fireworld (Nachrichtenblock 3 November); Jahresbericht 2002 der FF Mixnitz
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz, BFV Bruck/Mur

Am 26. Oktober beübte der Wasserdienstzug der FuB/KHD Bruck am Erlaufsee einen Tauchunfall, nur 14 Tage später wurde aus der Übung tragische Realität. Ein Taucher verunglückte bei der Wehranlage Mixnitz tödlich.

Taucher einer Wiener Firma führten am 5. November 2002 Wartungsmaßnahmen an der Wehranlage Mixnitz durch. Um 11.07 Uhr geriet ein Taucher offenbar in einen Sog und wurde in die Tiefe gezogen. Dabei rissen sowohl die Luftversorgungs- und die Kommunikationsleitung sowie die Sicherungsleine.

Um 11.13 Uhr wurden die Feuerwehren Mixnitz und Pernegg sowie Taucher der Feuerwehren Bruck und Kapfenberg alarmiert. Um 11.20 Uhr trafen die örtlichen Feuerwehren, um ca. 11.35 Uhr die Einsatztaucher am Einsatzort ein. Sofort begannen die Taucher mit der Suche nach dem Verunglückten im Wasser, Suchtrupps suchten das Murufer ab. Vom Kraftwerksbetreiber wurden die Schleusen der Wehranlage geschlossen und damit der Wasserspiegel im Unterlauf des Kraftwerks gesenkt, um die Arbeit der Einsatzkräfte zu erleichtern.

Die Suche gestaltete sich jedoch aufgrund der niedrigen Temperatur und der äußerst schlechten Sicht (ca. 30 cm) im trüben Wasser als sehr schwierig. Auch erschwerten die örtlichen Gegebenheiten sowie der niedrige Wasserspiegels das Wassern der Boote. Der Unterlauf des Kraftwerkes wurde systematisch mit einer Taucherkette, bestehend aus fünf Einsatztauchern abgesucht. In weiterer Folge wurde eine Halbradialsuche von der vermuteten Austrittsstelle ausgehend gestartet.

Zwei Hubschrauber (ÖAMTC, Innenministerium) standen zur Unterstützung der Feuerwehren zur Verfügung, konnten jedoch aufgrund des starken Windes den Fluss nicht absuchen. Um 12.48 Uhr wurde die FF Frohnleiten alarmiert, um den Flussbereich von Süden kommend mit einem Boot abzusuchen.

Die Hoffnung der Einsatzkräfte bestand ursprünglich darin, dass der Taucher seine zwei Reserveflaschen öffnen konnte, die ihm einen Luftvorrat für knapp über eine halbe Stunde geben würden. Aber je länger der Einsatz dauerte, desto mehr wurde Gewissheit, dass aus dem ursprünglichen Rettungseinsatz wohl eine Totenbergung werden würde.

Um 13.44 Uhr fand eine Besprechung der Einsatzleitung mit Einsatzleiter HBI Johann Schentler, Bezirksfeuerwehrkommandant LFR Karl Sitka, Landeswasserdienstbeauftragten ABI Herbert Payer, Bezirkswasserdienstbeauftragten BI Peter Eberhard, OBM Siegfried Odernek sowie Vertretern der Steweag statt. Es wurde beschlossen zur Unterstützung und Ablöse der eingesetzten Kräfte Taucher aus den Bezirken Leoben, Mürzzuschlag und Graz-Umgebung anzufordern. Außerdem überprüfte die STEWEAG, ob der vermisste Taucher beim Flusskraftwerk in Laufnitzdorf angeschwemmt worden war. Gleichzeitig begann auch die Feuerwehr Mixnitz mit der Versorgung der eingesetzten Mannschaft.

Um 14.41 Uhr wurde der verunglückte Taucher schließlich im Unterlauf der Wehranlage tot gefunden. Der Mann dürfte bereits kurz nach dem Unglück verstorben sein, da ihm nicht einmal mehr Zeit blieb, seine Reserveflaschen zu öffnen.

Eingesetzte Kräfte:

Feuerwehr Mixnitz: RLFA, MTFA, KLFA, VF, 14 Mann
Feuerwehr Pernegg: KRFS, TLFA, 7 Mann
FF Bruck: 3 Fahrzeuge, 1 Boot, 7 Mann (4 Taucher)
FF Kapfenberg: 4 Fahrzeuge, 2 Boote, 13 Mann (6 Taucher)
BtF Böhler Edelstahl Kapfenberg: 1 Fahrzeug, 3 Mann
FF Frohnleiten: 2 Fahrzeuge, 1 Boot, 5 Mann

BFV Bruck/Mur, LFR Karl Sitka
LFV Steiermark, ABI Herbert Payer

zusätzliche Taucher der Bezirke GU, LE und MZ:
FF Leoben, FF Fernitz, BtF Sappi, FF Thondorf, FF Wartberg: 5 Fahrzeuge, 13 Mann (11 Taucher)

BH Bruck, Gendarmerie Kirchdorf, Rotes Kreuz Bruck und Breitenau, Notarzt Bruck, Rettungshubschrauber des ÖAMTC, Hubschrauber des Innenministeriums, STEWEAG


Besprechung der Einsatzleitung.

Taucher und Boote suchten den Unterlauf des Kraftwerks ab.
Um 14.41 Uhr wurde der tote Taucher gefunden.
Taucher bereiten sich auf den Einsatz vor.

 


F.u.B.-Übung in zwei Teilen zurück
Veröffentlicht ---
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz, BFV Bruck/Mur

Die diesjährige FuB/KHD-Übung des Bezirkes Bruck an der Mur wurde auf 2 Termine aufgeteilt. Am 14. September übten die Löschzüge sowie der Technische Zug beim Gasthof Reitbauer am Pogusch, am 26. Oktober fand die Übung für den Wasserdienstzug am Erlaufsee statt.

Wirtschaftsgebäudebrand am Pogusch

Ausgangssituation und Übungsziel
Übungsannahme war, dass der Wirtschaftsgebäudekomplex beim Gasthaus Reitbauer in Brand geraten ist. Im Gebäude befinden sich Menschen und Tiere, das nahegelegene Wirtschaftsgebäude sowie der angrenzende Wald sind von den Flammen bedroht. Die FuB/KHD wird zur Unterstützung der örtlichen Kräfte innerhalb des Bezirkes angefordert.

Das Hauptaugenmerk bei dieser Übung lag auf dem Beüben der Führungsstrukturen der FuB sowie dem Zusammenspiel der Züge mit dem Bereitschaftskommando. Den Zugskommandanten und den Mitarbeitern des Stabes (außer dem Bereitschaftskommandanten, S2 und S3) wurden die Einsatzaufträge erst bei Ankunft am Pogusch mitgeteilt. Jeder Zug musste die Aufgaben selbstständig nach eigenem Ermessen so rasch wie möglich in die Tat umsetzen. Zusätzlich sollten Erfahrungen über die Umstrukturierung der Züge vor Ort gesammelt werden.

Ablauf
Die Übung begann um 8.26 Uhr mit der Alarmierung der örtlichen Feuerwehren St. Lorenzen und Turnau durch die Florianstation. Sofort nach Eintreffen am Übungsort wurde mit der Menschenrettung und den Löschmaßnahmen begonnen. Kurz nach Übungsbeginn wurden die FuB-Züge einzeln aus dem Bereitstellungsraum St. Lorenzen abgerufen. Um auf die Erfordernisse der Einsatzlage besser eingehen zu können, wurde im Bereitstellungsraum eine Umgruppierung der Züge vorgenommen.

Vom FuB/KHD-Stab wurde eine koordinierte Einsatzleitung unter Einbeziehung des ÖRK, der Exekutive, des BMI (Hubschrauber) und der Bezirkshauptmannschaft aufgebaut. Die FuB unterstützte die örtlichen Feuerwehren bei der Menschen- und Tierrettung sowie bei der Brandbekämpfung des Wirtschaftsgebäudes. Auch das Hauptgebäude und der angrenzende Wald wurden gegen eine Ausbreitung des Brandes geschützt.

Da der Löschwasserteich mit 50.000 l Wasser für die Löschmaßnahmen nicht ausreichte, wurden zwei 900 Meter lange Zubringleitungen aus Thal bei Turnau zur Einsatzstelle gelegt. Dabei musste ein Höhenunterschied von 900 m überwunden werden. Weiters wurde mit dem neu strukturierten TLF-Zug ein Pendelbetrieb durchgeführt sowie mit zwei Hubschraubern Wasser auf den Pogusch transportiert.

Nach der Menschenrettung und den Löscharbeiten musste das beschädigte Gebäude aufgrund von Einsturzgefahr durch den Technischen Zug abgesichert werden. Um 10.40 Uhr wurde "Brand aus" gegeben und die Übung mit der Schlusskundgebung und Verpflegung der eingesetzten Mannschaft beendet.

Übungserfolg und -erkenntnisse
Die gestellten Aufgaben und die Übungsziele konnten grundsätzlich erreicht werden. Zusätzlich konnten bei dieser Übung wichtige Erkenntnisse über die Führungsstruktur der FuB gewonnen werden:

#) Die Auftragserteilung an die Züge muss künftig schon im Bereitstellungsraum erfolgen, damit es am Einsatz-/Übungsort nicht zu Verzögerungen kommt.

#) Der Einsatz von Mobiltelefonen und damit eine Entlastung des Funkes war aufgrund des wenig ausgebauten Mobilfunknetzes am Übungsort nur bedingt möglich.

#) Durch die Länge der Zubringleitungen waren die Schlaureserven der Brandstellenzüge inklusive der Reserve zum größten Teil aufgebraucht.

#) Die Tierrettung in so großem Ausmaß (ca. 60 Ziegen) gestaltete sich anfangs schwierig und langwierig, konnte aber dennoch erfolgreich durchgeführt werden.

#) Die Verkehrssituation (fließender und ruhender Verkehr) in diesem Bereich erschwerte die Durchführung der Maßnahmen. Die Straße muss im Einsatzfall gesperrt werden.

#) Das Fehlen eines Einsatzleitfahrzeuges mit dem dazugehörigen Equipment hat die Arbeit des Bereitschaftskommandos und des Stabes erschwert.

Die Feuerwehr Mixnitz war mit 5 Mann und dem MTFA im Kommandozug sowie mit 4 Mann, dem VF und der Feldküche im Versorgungszug vertreteten. Ingesamt wurden ca. 250 Mahlzeiten mit der Feldküche zubereitet.

Ingesamt waren bei dieser Übung 278 Mann der Feuerwehr mit 53 Fahrzeugen eingesetzt. Zwei Hubschrauber (Bundesheer, BMI) mit insgesamt 6 Mann unterstützten die Löscharbeiten der Feuerwehr. Außerdem waren auch noch das ÖRK sowie die Exekutive mit insgesamt 12 Mann und 5 Fahrzeugen bei der Übung beteiligt.

Wasserdienstübung am Erlaufsee

Angenommen wurde, dass bei einem Verkehrsunfall ein Fahrzeug in den Erlaufsee gestürzt ist und der Fahrer vermisst wird. Zusätzlich wurde bei der Übung auch ein Tauchunfall simuliert.

Nach dem Erkunden der Lage wurden die Boote gewassert und die Tauchgruppen eingeteilt. Anschließend wurde mit verschiedenen Suchtechniken wie z.B Radialsuche vom Ufer aus sowie mit einer Suchkette nach dem Vermissten gesucht. Nachdem der Verunglückte gefunden worden war, erfolgte die Rettung der Person mit dem Boot der FF Bruck. Ein verunfallter Taucher wurde von einem Feuerwehrarzt ärztlich versorgt und dem Roten Kreuz zur weiteren Versorgung übergeben. Zeitgleich wurden das Fahrzeug und die Ladung mit Hebeballons gehoben und mit dem SRF der Feuerwehr Mariazell geborgen.

Zur Unterstützung der Taucher waren auch die Boote der FF Kapfenberg und FF Mariazell eingesetzt. Hervorzuheben ist bei dieser Übung auch, dass durch die Nähe zum Nachbarbundesland Niederösterreich und gute Kontakte der Mariazeller Feuerwehr zur niederösterreichischen Tauchstaffel West erstmals eine gemeinsame Übung durchgeführt wurde.

Nach Übungsende wurden das neue Einsatzboot der FF Bruck sowie ein in Eigenregie von der Feuerwehr Mariazell gebauter Tauchanhänger vorgestellt. Die Versorgung erfolgte bei dieser Übung wieder in hervorragender Weise durch den Versorgungszug der FuB/KHD mit der Feldküche der FF Mixnitz.

Eingesetzt waren bei der Wasserdienstübung insgesamt 22 Fahrzeuge, 4 Boote und 75 Mann (20 Taucher). Auch das Rote Kreuz, die örtliche Gendarmerie und die Bezirkshauptmannschaft waren in die Übung eingebunden.

90 Ziegen mussten aus dem Stall gerettet werden.
Die Einsatzleitung.  [Fotos 1 und 4 (c) Werner Seidl, Foto 2 (c) Gilbert Frühwirth, Foto 4 (c) Josef Kleinburger, BFV Bruck/Mur]
Die Mannschaft bei der Feldküche der FF Mixnitz.
Ein Wirtschaftsgebäude war in Brand geraten.

 


F.u.B.-Einsatz:
Hilfeleistung nach den schweren Unwettern in Grafenwörth/NÖ
zurück
Veröffentlicht ---
Text Peter Schentler und Werner Seidl
Fotos FF Mixnitz, BFV Bruck/Mur

Am 10. August 2002 erfolgte um 16.30 Uhr die Anforderung von zwei F.u.B. (Feuerlösch- und Berge) Bereitschaften der Steiermark durch den Landesverband Niederösterreich. Der LFV Steiermark entsandte die Bezirke Bruck und Leoben. Aufgrund der Anforderung wurde vom Bereitschaftskommando Bruck/Mur beschlossen, die Züge II/42 und IV/42 sowie einen reduzierten Kommandozug zu entsenden. Um 16.45 Uhr wurde mit den Vorbereitungsarbeiten für diesen Einsatz begonnen, zwischen 18.00 und 19.00 Uhr die Feuerwehren über die Zugskommandanten verständigt.

Die Feuerwehr Mixnitz war mit Ingo Mayer (S3 - Einsatz) und Peter Schentler (S5 - Öffentlichkeitsarbeit) im Zugskommando sowie mit MTFA und VF und Bernd Wiltschnigg, Andreas Kowatsch, Klaus Eibl und Michael Kriegl im Kommandozug vertreten. Mit MTFA und VF wurden bei diesem Einsatz ca. 650 km zurückgelegt.

Ingesamt waren 18 Fahrzeuge mit 87 Mann des Bezirkes Bruck im Einsatz:

Kommandozug
Zug II
Zug IV
KDO Kapfenberg-Stadt
MTF Turnau
LKW III Böhler
MTF Mixnitz
TLFA 4000 Kapfenberg-Stadt
TLFA 2000 Göritz-Porgier
MTF Norske Skog
KLFA Picheldorf
SRF Böhler
VF Mixnitz
KLFA Kapfenberg-Diemlach
LFBA Turnau
LF Pernegg
KRFB Kapfenberg-Hafendorf
KLFA St. Ilgen
LKW Kapfenberg-Arndorf
LKW II Kapfenberg-Stadt
LKW I Böhler

Sammelpunkt für die Wehren war am 11. August 2002 um 2.30 Uhr. Die Abfahrt erfolgte gemeinsam mit der F.u.B.-Bereitschaft des Bezirkes Leoben um 3.00 Uhr. Während die Züge im Mot-Marsch mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h nach Niederösterreich unterwegs waren, begab sich ein Vorauskommando unter der Leitung von LFR Karl Sitka und HBI Josef Kleinburger zum Bezirksführungsstab Tulln, um Informationen und Einsatzaufträge zu erhalten.

Die F.u.B.-Bereitschaft traf um 07.30 Uhr im Bereitstellungsraum Rübenplatz im Bezirk Tulln/NÖ ein. Als Einsatzort wurden den Mannschaften des Bezirkes Bruck die Ortsteile Jettsdorf und Seeharm in der Gemeinde Grafenwörth im unteren Kamptal zugewiesen. Die Ortschaft war zum Teil noch bis zu einem halben Meter überflutet, das Wasser vielerorts mit Öl aus geborstenen Tanks verschmutzt. An Wasserspuren an Gebäuden konnte man erkennen, dass die Flutwelle bis zu 1,5 Meter hoch durch die Ortschaft geflossen und kaum ein Haus von den Wassermassen verschont worden war.

Nach dem Eintreffen wurden dem Bereitschaftskommando von der lokalen Einsatzleitung die genauen Aufgaben zugeteilt. Keller, Regenwasserkanäle und Dammbereiche mussten ausgepumpt, aus Wohnhäusern zerstörte Möbel entfernt werden. Vorhänge, Bodenbelag, Möbel und weiteres zerstörtes Inventar wurden auf Anhänger von Traktoren verladen und abtransportiert. Viele Bewohner konnten ihr gesamtes Hab und Gut nur mehr in Containern entsorgen, da es durch das mit Öl kontaminierte Wasser völlig zerstört wurde. Vielerorts war ein Abpumpen der Wassermassen nicht möglich, da der Wasserspiegel noch über dem Flurniveau lag oder Wasser aus dem Erdreich wieder in die Keller zufloss. Auch wurde ein schwer beschädigtes Gebäude mit Pölzmaterial vor dem Einsturz bewahrt.

Ein wichtiger Punkt bei der Arbeit der Feuerwehren war auch das Sprechen mit den Betroffenen. Da in der Gemeinde Grafenwörth nahezu jeder unter dem Hochwasser oder dessen Folgen zu leiden hatte, half es den Menschen sehr, dass nicht betroffene aus anderen Bundesländern sich ihre Probleme anhörten und Hilfe leisteten.

Am Nachmittag wurde nahe eines Klärwerkes versucht die Fließgeschwindigkeit eines Gerinnes durch den Einsatz aller verfügbaren Pumpen zu erhöhen. Obwohl bis zu 10.000 Liter Wasser pro Minute abgepumpt wurden, war angesichts kaum zu sehender Fortschritte und der immer wieder nachfließenden Wassermassen eine gewisse Resignation bei den Einsatzkräften zu erkennen.

Außerdem setzte ab 15.00 Uhr wieder Regen ein, der sich bis zum Abend steigerte und die Wasserstände wieder erhöhte. Um 17.30 wurden die Pumparbeiten eingestellt und mit dem Zusammenräumen begonnen. Nach dem Versorgen der Geräte, dem Auftanken und der Verpflegung der Mannschaft wurde gegen 19.00 der Einsatzbereich verlassen. Bei der Ankunft im Bezirk Bruck um 22.30 wurde der Einsatz beendet und die Feuerwehren rückten wieder in die Rüsthäuser ein.

Zufahrt zu einer Einsatzstelle über eine überflutete Straße.
Zu einigen Häusern konnte nur mit Booten vorgedrungen werden.
Die Mannschaft des VF sorgte für die Versorgung der Einsatzkräfte.
Das Wasser stand im Ort noch immer bis zu 50 cm hoch.
Dieses Gebäude wurde durch die Feuerwehren vor dem Einsturz bewahrt.
Auf der Fahrt zur nächsten Einsatzstelle.

Riesige Flächen sind überflutet.
Auspumparbeiten an einem Damm.
Mit neuen Pumpen gleichzeitig wurde hier ausgepumpt.
Das MTFA war als Transportfahrzeug für das Bereitschaftskommando eingeteilt.
Dieser Traktor wurde vom Hochwasser mitgerissen.
Das Zugskommando der F.u.B. Bruck war in Jettsdorf stationiert.

 


VF neu im Dienst zurück
Veröffentlicht Pernegg Aktuell (Juni 2002)
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz

Am 5. Mai wurde im Rahmen der Florianfeldmesse das neue Versorgungsfahrzeug der Feuerwehr Mixnitz gesegnet und offiziell in Dienst gestellt. Das Fahrzeug, ein Nissan Athleon 110.35, weist ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von 3,5 to auf und ist mit einer hydraulischen Ladebordwand ausgestattet. Die Anschaffungskosten von 34.500 Euro sind zur Hälfte von der Feuerwehr Mixnitz, zur Hälfte durch eine Förderung vom Land Steiermark aufgebracht worden.

Die Ersatzbeschaffung war notwendig geworden, da das bisherige Fahrzeug, ein 21 Jahre alter VW 247, der im Jahr 1990 aus Beständen des Bauhofes der Gemeinde Pernegg angekauft worden ist, aufgrund eines Motorschadens nicht mehr einsatzbereit war.

Bereits im Mai und Juni wurde das neue Fahrzeug bei Einsätzen ersten Bewährungsproben ausgesetzt. Bei einer Rettung von zwei Kletterern aus der Roten Wand mit der Bergrettung Mixnitz wurden die Spezialsuchscheinwerfer und das Zubehör mit dem VF zur Einsatzstelle transportiert. Beim Verkehrsunfall auf der L104 am 1. Juni 2002, bei dem 2 Personen tödlich verunglückten, musste das von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Motorrad zum Bauhof Bruck/Mur transportiert werden. Und bei den Einsätzen nach dem Unwetter am 15. Juni 2002 wurde das Fahrzeug, das mit Tauchpumpe und Notstromaggregat beladen war, zum Auspumpen einiger Keller benötigt.

Das VF ist jedoch sowohl für Einsätze als auch für die alltäglichen Transportaufgaben konzipiert. So dient es der bei der FF Mixnitz vorhandenen Feldküche als Transportfahrzeug von Kochgeschirr, Lebensmitteln und Brennstoff. Sowohl die Feldküche als auch das Versorgungsfahrzeug sind im Katastrophenhilfsdienst des Bezirkes Bruck integriert.

Das VF ist auch als Transportfahrzeug für die Sandsäcke, das Bauholz und die Abdeckplanen, die im Katastrophenschutzlager der FF Mixnitz gelagert sind, vorgesehen. Weiters werden die Verkehrszeichen, die für das Verkehrsleitkonzept der Gemeinde Pernegg benötigt werden, mit dem Fahrzeug transportiert. Durch die hydraulische Ladebordwand ist die Beladung mit Rollcontainern (Tragkraftspritzencontainer, Notstromcontainer, Verkehrszeichencontainer…) von nur zwei Mann problemlos durchzuführen.

Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen Förderern und Gönnern unserer Wehr herzlich bedanken. Nur durch Ihre Spenden, Ihre Unterstützung und Ihren Besuch unserer Veranstaltungen ist es uns möglich, derartige Projekte zu realisieren.

Das neue VF.
Pfarrer Rosenberger segnet das neue Fahrzeug.
Beim Bergrettungsunterstützungseinsatz am 19. Mai 2002 wurde das Fahrzeug zum Transport von Material benötigt.
Mit dem VF wird das Motorrad nach dem tödlichen Unfall am 1. Juli abtransportiert.

 


4 Menschen gerettet, 75 Einsätze, 10.296 Stunden
Ein Rückblick auf das Jahr 2001
zurück
Veröffentlicht ---
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz

Im Rahmen der Wehrversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mixnitz, die am 15. Februar 2002 im Rüsthaus stattfand, wurde die Jahresstatistik des letzten Jahres präsentiert. Neben einem Großteil der Mitglieder der FF Mixnitz konnte HBI Johann Schentler auch Bürgermeister Andreas Graßberger, Gemeindekassier Imgard Hagenauer, Ehrenmitglied Ing. Anton Martan, Bezirksinspektor Herbert Kriegl von der Gendarmerie Kirchdorf sowie HBI Günter Hirtler und OBM Walter Herzog von der FF Pernegg begrüßen.

Insgesamt wurden von der FF Mixnitz im letzten Jahr 10.296 Stunden geleistet. Nur 7 %, das sind 740 Stunden, wurden für Einsätze aufgewendet. Der übrige Teil waren Verwaltungstätigkeiten, Technische Dienste, Übungen und Ausbildungen, interne und externe Veranstaltungen sowie die Aufbringung finanzieller Mittel.

Bei den ingesamt 75 Einsätzen konnten vier Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet werden. Wie schon in den letzten Jahren war der Großteil der Einsätze Verkehrsunfälle. Nur drei Brandeinsätze waren im letzten Jahr zu verzeichnen.

Derzeit verfügt die Feuerwehr Mixnitz über 48 Mitglieder. Obwohl die Anzahl der Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist, ist sie im Trend der letzten Jahre jedoch ansteigend. Bei der Wehrversammlung wurden die Jungfeuerwehrmänner Florian Sarkleti und Mario Elsner in den Aktivstand überstellt. Insgesamt verfügt unsere Wehr damit über 36 aktive Kameraden.

Im letzten Jahr wurden neben 80 internen Schulungen und Übungen auch 4 Kurse an der Feuerwehr- und Zivilschutzschule, 2 Kurse beim BFV Bruck/Mur sowie ein Kurs des Österreichischen Roten Kreuzes besucht. Allein für die Grundausbildung (die Vorbereitung neuer Mitglieder auf den aktiven Feuerwehrdienst) wurden 25 Übungen durchgeführt.

Die wesentlichen Anschaffungen im letzten Jahr waren ein Hebekissen mit 24 to Hubleistung sowie eine Schaumschnellangriffseinrichtung für das RLFA. Außerdem wurde mit der Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges für das VF, das aufgrund eines Motorschadens im letzten Jahr außer Dienst gestellt wurde, begonnen. Das Nachfolgefahrzeug wird in den nächsten Wochen ausgeliefert werden.

HBI Johann Schentler; Jahresbericht des Kommandanten
BM d.V. Peter Schentler; Jahresbericht des Schriftführers
FT-B Ingo Mayer; Jahresbericht des technischen Beauftragten

Zwei Jugendliche werden in den Aktivstand übernommen. (von links: OBI Bernd Wiltschnigg, JFM Mario Elsner, JFM Florian Sarkleti, HBI Johann Schentler, Bürgermeister Andreas Graßberger)
LM d.F. Robert Saurer; Jahresbericht des Funkbeauftragten
OBI Bernd Wiltschnigg; Jahresbericht des Ausbildungsbeauftragten

 


Tunnelübung: Verkehrsunfall mit Brand im Tanzenbergtunnel zurück
Veröffentlicht Fireworld (Rubrik "Besondere Übungen"), Blaulicht 11-2001
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz, BFV Bruck/Mur

Am 29. Oktober 2001 beübten die Feuerwehren des Bezirkes Bruck/Mur eines der schlimmsten Einsatzszenarios: Ein Fahrzeugbrand in einem Tunnel mit weiteren unfallbeteiligten Fahrzeugen und einer großen Anzahl von Verletzten. Zusätzliche Aktualität erlangte diese Übung auch dadurch, dass es nur wenige Tage davor im St. Gotthardtunnel in der Schweiz zu einem Feuerinferno gekommen war.

Anlassfälle
Fast monatlich kommt es auf der S6 im Tanzenbergtunnel zwischen Bruck/Mur und Kapfenberg zu Verkehrsunfällen. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1983 ereigneten sich 12 Fahrzeugbrände, 11 Menschen konnten von den Feuerwehren nur mehr tot geborgen werden.

Übungsannahme
In der Nordröhre des Tanzenbergtunnels ereignet sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein Lkw-Fahrer verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug und stößt gegen die Tunnelwand, der Lkw gerät sofort in Brand. Ein dahinter fahrender Reisebus, der mit 15 Personen besetzt ist, kann nicht mehr bremsen und wird ebenfalls in den Unfall verwickelt. In weiterer Folge ereignen sich hinter der Unglücksstelle mehrere Auffahrunfälle. Einige der Pkw-Lenker sind in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, andere irren orientierungslos im stark verrauchten Tunnel umher. Vom Diensthabenden in der Tunnelwarte wird sofort der Notruf an die Bezirksflorianstation durchgegeben.

Vor dem Beginn wurde die Übung den Ehrengästen und Pressevertretern mit einer Kurzpräsentation und einer Informationsmappe vorgestellt. Neben zahlenreichen weiteren Ehrengästen waren auch LBD Hauptmann, LBDS Haas, Hofrat Dirnbach und Hofrat Kalcher anwesend.

Alarmierung der Einsatzkräfte
Insgesamt waren 22 der 34 Feuerwehren des Bezirkes Bruck/Mur sowie das Rote Kreuz und die Exekutive bei der Übung beteiligt. Alarmiert wurden die Einsatzkräfte um 19.00 Uhr nach dem "Tunnelalarmplan Tanzenbergtunnel", der von der Feuerwehr Kapfenberg ausgearbeitet wurde.

Übungsablauf
Die zentrale Kommunikationsstelle und Einsatzleitung war bei der Notzufahrt zum Tunnel stationiert und bestand aus dem F.u.B.-Bereitschaftskommando 42 Bruck/Mur. Der Einsatzleiter der Übung war BR Ernst Vestl. Die behördliche Einsatzleitung wurde von Bezirkshauptmann Hofrat Jörg Hofreiter, Hofrat Friedrich von der Baubezirksleitung, Oberrettungsrat Kapellari vom Roten Kreuz und OBR Sitka gebildet.

Aufgrund der großen Ausdehnung des Einsatzes wurden zwei getrennte Einsatzleitungen gebildet. Einsatzleitung 1 bei der Notzufahrt stand unter dem Kommando von HBI Josef Kleinburger, Einsatzleitung 2 am Westportal wurde von ABI Augustin Krammer geleitet. Außerdem wurden die Einsatzmaßnahmen im Tunnel in 3 Einsatzabschnitte unter der Leitung der F.u.B.-Zugskommandaten geteilt.

Beide Tunnelröhren wurden von der Exekutive gesperrt und der Verkehr durch die Städte Bruck und Kapfenberg umgeleitet. Da sich der Tanzenbergtunnel im Zentrum des Bezirkes befindet, näherten sich die Einsatzkräfte dem Unglücksort von Norden und Süden.

Der genaue Unfallort befand sich ca. 800 Meter vom Westportal entfernt und erstreckte sich über 300 m. Durch die starke Verrauchung war ein Löschangriff in den Tunnel direkt vom Westportal nicht möglich. Die Einsatzkräfte mussten durch die dem Einsatzort nächstgelegenen Querstollen in den Tunnel eindringen.

Sofort nach dem Eintreffen wurde mit der Menschenrettung begonnen. Dies gestaltete sich aufgrund der schlechten Sicht und der großen Anzahl von Verletzten sehr schwierig. Während einige Verletzte noch gehfähig waren, wurden andere bewusstlos in Notrufnischen und ihren Fahrzeugen aufgefunden. Um die eingeklemmten Personen zu retten, mussten hydraulische Rettungsgeräte 250 m zur Unfallstelle transportiert werden. Die Verletztensammelplätze wurden in der Südröhre und vor dem Westportal eingerichtet und die Verletzten vom Österreichischen Roten Kreuz versorgt und ins Landeskrankenhaus Bruck/Mur transportiert. Hochdrucklüfter wurden in Position gebracht um den Rauch aus dem Tunnel zu befördern sowie einen Übergriff des Rauches in die zweite Röhre zu verhindern. Die komplette Nordröhre wurde von Atemschutztrupps nach weiteren Verletzten abgesucht und gleichzeitig wurde der brennende Lkw mit Schaum gelöscht.

Die verbrauchten Atemschutzflaschen wurden beim ATSF Böhler, dem WDF Bruck und SRF Bruck direkt vor Ort gefüllt. Atemschutzsammelplätze wurden bei den Einsatzleitungen 1 und 2 aufgebaut. Insgesamt waren 17 Atemschutztrupps und 3 Sauerstoffkreislaufgerätetrupps im Einsatz, 5 weitere Atemschutztrupps in Reserve.

Nach dem Ende der Übung wurden in der Nordröhre Rauchtöpfe des Bundesheeres gezündet, um die Kapazität der eingebauten Lüftungsanlage zu überprüfen.

Die Versorgung der eingesetzten Einheiten erfolgte nach Übungsende bei den Rüsthäusern der Feuerwehren Bruck und Kapfenberg-Stadt durch den Versorgungszug der F.u.B. Bruck/Mur. Verköstigt wurden die Einsatzkräfte, Ehrengäste und Pressevertreter mit den Feldküchen der Feuerwehr Mixnitz und des Roten Kreuzes Kapfenberg.

Die Übung war um 22.30 Uhr beendet.

Erkenntnisse
Durch diese Übung konnten zahlreiche Erfahrungen in Bezug auf Tunneleinsätze und die Koordination der Einsatzkräfte untereinander gewonnen werden.

# Lange Angriffswege, wie sie meist in Tunnelanlagen bestehen, stellen die Atemschutzgeräteträger vor große Probleme. Ein Vordringen zum Einsatzort und das Retten einer nicht gehfähigen Person ist kaum möglich. Die zeitlichen Reserven reichen nur bei Twinpacks und Sauerstoffkreislaufgeräten aus.
# Wie schon bei der Feuertragödie im Gleinalmtunnel gab es auch hier Probleme mit den Funkverbindungen. Der Feuerwehr war ein störungsfreies Funken nicht möglich, das ÖRK konnte überhaupt keine Verbindung aus dem Tunnel herstellen. Hier müsste dringend Abhilfe geschaffen werden.
# Nur durch regelmäßige Übungen können sich die Feuerwehren auf Einsatzszenarios wie im Gotthardtunnel oder im Gleinalmtunnel vorbereiten.
# Die wichtigste Ausstattung für die Sicherheit im Tunnel ist der vorbeugende Brandschutz. Nur wenn die baulichen Maßnahmen richtig ausgeführt wurden, kann sich der größte Teil der Betroffenen nach einem Unfall retten. Denn obwohl die Feuerwehren nur Minuten später am Unglücksort eintreffen, ist die Chance für die Beteiligten am größten, wenn sie sich selbst retten können.

Eingesetzte Einsatzkräfte

 
Mannschaft
Fahrzeuge
Feuerwehr
306
62
Rotes Kreuz
65
17

Technische Daten Tannzenbergtunnel

Anzahl der Röhren 2
Inbetriebnahme Nordröhre 1983, Südröhre 1985
Länge Nordröhre 2.458 m, Südröhre 2.523 m
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Fahrzeuge pro Tag 20.832 (laut ÖAMTC-Tunneltest 2000)
Anteil LKW 13 % (davon 10-20% Gefahrengut)
Gefahrengut keine Einschränkungen
Der brennende Lkw wird mit Schaum gelöscht.
Die Einsatzkräfte sammeln sich in der zweiten Tunnelröhre.
Die Einsatzkräfte sammeln sich in der zweiten Tunnelröhre.
Ein Verletzter wird von einem Sauerstoffkreislaufgerätetrupp aus einem Unfallfahrzeug geborgen.
Ein Verletzter wird von einem Sauerstoffkreislaufgerätetrupp aus einem Unfallfahrzeug geborgen.
Atemschutztrupps bringen die Verletzten ins Freie.
Das Füllen der Atemschutzflaschen erfolgte durch das Atemschutzfahrzeug Böhler.
Die Versorgung der Einsatzkräfte erfolgte durch die Feldküche der Feuerwehr Mixnitz.

 


Mahlzeit - Ein Porträt der Feuerwehrfeldküche zurück
Veröffentlicht Pernegg Aktuell (Ausgabe September 2001)
Text Ingo Mayer
Fotos FF Mixnitz

Seit 6 Jahren verfügt die Feuerwehr Mixnitz über ein nicht alltägliches Feuerwehrgerät - die Feldküche.

Aus Heeresbeständen übernommen, bewährte sich dieses Gerät, übrigens das einzige im gesamten Bezirksfeuerwehrverband, bereits mehrfach.

Das Einsatzspektrum der Feldküche reicht von der Versorgung der Einsatzmannschaften beim Waldbrand in Pernegg, dem Taucherlager des Bezirkes Bruck/Mur, Jugendveranstaltungen, dem Feuerwehrfrühschoppen, bis hin zu kirchlichen Festen und privaten Feiern. Die Feldküche ist auch im Versorgungszug der FuB/KHD-Bereitschaft Bruck/Mur im Versorgungszug eingeteilt.

Damit auch bei hunderten Portionen nichts schief geht, haben insgesamt 5 Feuerwehrmitglieder einen 3-tägigen Sonderlehrgang für Feldküchenköche an der steirischen Landesfeuerwehrschule in Lebring absolviert. Und man schmeckt den Erfolg.

Die Feldküche beim Weißenbläsertreffen in der Breitenau.

 


Eine lebensfährliche Strecke - Die B335 bei Mixnitz und Pernegg zurück
Veröffentlicht Blaulicht 12-2000; Der Neue Obersteirer (22. Dezember 2000)
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz

Beinahe monatlich kommt es auf der zweispurigen B335 bei Mixnitz und Pernegg, die beiderseits mit den Warntafeln "Lebensgefährliche Strecke" beschildert ist, zu Verkehrsunfällen. Noch vor dem Ausbau zu einer vierspurigen Schnellstraße forderte dieser Streckenabschnitt zwei weitere Opfer.

Die B335
Die 12 Kilometer lange, zweispurige Bundesstraße 335 verbindet die S35 von Bruck kommend mit der S35 ab Röthelstein/Frohnleiten. Sie liegt im Gemeindegebiet Pernegg und im Einsatzbereich der Feuerwehren Mixnitz und Pernegg. Beide Wehren sind daher mit hydraulischen Rettungsgeräten ausgerüstet.
Die Feuerwehren rücken zu durchschnittlich 15 Verkehrsunfällen jährlich auf die B335 aus. Seit 1980 starben hier 21 Personen bei Verkehrsunfällen, weit über 100 wurden verletzt.
In den siebziger Jahren wurde der vierspurige Ausbau dieses Straßenabschnittes geplant, aber aus Kostengründen nicht durchgeführt, nun soll dies jedoch nachgeholt werden. Nach einer umfangreichen Prüfungs- und Planungsphase soll im Frühjahr 2002 der Ausbau beginnen und 2006 beendet sein.

4 schwere Unfälle im Jahr 2000
17.04.2000; 14.50 Uhr: Frontalzusammenstoß zweier Pkw. Auch ein drittes Fahrzeug wird in diesen Unfall verwickelt. Die Einsatzmeldung von Florian Bruck an die Feuerwehren Pernegg und Mixnitz lautet: "Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person und mehreren Verletzten auf der B335, genauer Standort unbekannt". Die ersteintreffende Feuerwehr Pernegg beginnt sofort mit der Betreuung der zwei Verletzten und dem Befreien des eingeklemmten, schwerstverletzten Lenkers. Sie wird bei diesen Aufgaben von der kurz danach eintreffenden Feuerwehr Mixnitz unterstützt. Trotz des raschen Einsatzes der Feuerwehren und des Roten Kreuzes verstirbt der verunfallte Lenker noch am selben Tag.

18.07.2000; 13.45 Uhr: Wieder werden beide Feuerwehren zu einem Verkehrsunfall gerufen. Den ersteintreffenden Kräften der FF Mixnitz bietet sich folgendes Bild: Ein Frontalzusammenstoß zweier Pkw mit 6 Verletzten, die bereits vom Roten Kreuz versorgt werden sowie einer eingeklemmten Person. Die Trümmer der Fahrzeuge, darunter eine ausgerissene Fahrzeugachse, sind auf beiden Fahrspuren verstreut. Während der Lenker mittels hydraulischen Rettungsgeräten von der Feuerwehr Mixnitz aus dem Fahrzeug befreit wird, trifft auch die FF Pernegg am Einsatzort ein und unterstützt die Rettungsmaßnahmen. Wie auch bei den anderen Einsätzen bilden sich während der Aufräumungsarbeiten und dem Abtransport der völlig zerstörten Fahrzeuge durch die Feuerwehren sowie der Vermessung der Unfallstelle durch die Gendarmerie kilometerlange Staus in beiden Richtungen.

13.08.2000; 03.40 Uhr: Zwei zufällig vorbeifahrende Rotkreuzmänner entdecken knapp vor der Stauanlage Mixnitz Trümmer eines Fahrzeuges auf der Straße und einen schwerverletzten Mann, der an der Uferböschung in der Mur kauert. Vom Unfallfahrzeug fehlte jede Spur.
Mitglieder der alarmierten Feuerwehren Mixnitz und Pernegg steigen in das eiskalte Wasser und sichern den Verletzten. Nachdem der Unfallenker auf die Straße gebracht wurde, wird er wird vom Roten Kreuz erstversorgt und anschließend im LKH Bruck/Mur mehrere Stunden notoperiert, bevor sich sein Zustand bessert.
Der Unfallhergang dürfte sich folgendermaßen abgespielt haben: Der Pkw kam von der Straße ab, durchstieß die Leitschienen und stürzte in die Mur. Dabei zog sich der Lenker schwere Verletzungen durch eine abgebrochene Eisenstange zu. Es gelang ihm, sich aus dem untergehenden Auto zu befreien und ans Ufer zu schwimmen. Da er nicht mehr in der Lage war, über die Betonwand auf die Straße zu klettern, kauerte er im Wasser, bis er schließlich entdeckt wurde.
Zur Bergung des vollständig versunkenen Pkw werden Taucher der Feuerwehren Bruck und Kapfenberg-Stadt sowie das SRF Kapfenberg-Stadt angefordert.

21.09.2000; 10.35 Uhr: Vermutlich durch Sekundenschlaf des Lenkers gerät ein Lkw auf die linke Fahrbahnseite und stößt gegen einen entgegenkommenden, mit 54 Personen besetzten, Reisebus. Während der Lenker des Lkw unverletzt bleibt, werden der Buschauffeur und 8 Passagiere zum Teil schwer verletzt. Eine in der dritten Reihe sitzende Frau wird von einer Eisenstange am Kopf getroffen und ist sofort tot.
Die Feuerwehren Pernegg und Mixnitz unterstützen das Rote Kreuz bei der Versorgung der Verletzten. Anschließend werden unverletzten Passagiere ins Rüsthaus der Feuerwehr Pernegg transportiert, der Lkw von der Straße geschleppt und gemeinsam mit der Bestattung Bruck die Leiche geborgen. Die unverletzt gebliebenen Businsassen werden bis zu ihrer Abholung im Rüsthaus Pernegg von Psychologen betreut.

Erkenntnisse
# Damit der Einsatzort in schnellstmöglicher Zeit erreicht werden kann, sollten bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden immer zumindest zwei Feuerwehren alarmiert werden, die sich der Unfallstelle im Rendezvoussystem nähern. Dies ist auch im Hinblick auf die oft ungenaue Angabe des Einsatzort bei Notrufen wichtig.
# Bei Einsätzen mit mehrenen Verletzten und/oder eingeklemmten Personen wird vor allem in der Erstphase eine große Anzahl von Mannschaft und Geräten benötigt.
# Die Alarmierung von zwei Feuerwehren mit hydraulischen Rettungsgeräten wäre auch zur Absicherung bei technischen Gebrechen sinnvoll.

Schlußbemerkung
2 Tote, 19 Verletzte. Eine schreckliche Bilanz für nur 12 Kilometer Straße in einem Jahr. Trotz der raschen und effizienten Intervention durch die Feuerwehren, trotz ihrer erstklassigen Ausrüstung, kam für zwei Menschen jede Hilfe zu spät.
Bleibt nur zu hoffen, daß mit dem Ausbau der B335 wie geplant im Jahr 2002 begonnen wird.

18.07.2002. Ein Frontalzusammenstoß zweier Pkw forderte ein Menschenleben.
Der Fahrzeuglenker wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus transportiert.
Die Bergung des Pkw erfolgte mit dem SRF Kapfenberg-Stadt.
Wie durch ein Wunder überlebte der Fahrzeuglenker den Unfall.
21.09.2002. Ein Lkw kollidierte mit einem Reisebus.
Der Bus wurde vom Lkw links vorne gestreift.

 


"Brand aus" ... bevor Waldbrände Schlagzeilen machen zurück
Veröffentlicht Gemeindezeitung September 2000
Text Peter Schentler
Fotos FF Mixnitz

Täglich ist in den Zeitungen von Waldbränden zu lesen: "14 Tote in den USA, 600.000 Hektar Wald sind bereits vernichtet. 4.000 Hektar brennen in Spanien, riesige Brände auch in Griechenland, Frankreich, Brasilien..." - so oder ähnlich lauten die Schlagzeilen. Doch unbeachtet von den Tageszeitungen rücken auch in Österreich die Feuerwehren zu einer Vielzahl von Waldbränden aus.

27.04.2000, 16.21 Uhr
In Mixnitz und Pernegg heulen die Sirenen auf: Im Rassgraben in Breitenau stehen 400 m² Wald in Flammen, die Tanklöschfahrzeuge beider Feuerwehren werden zur Unterstützung benötigt. 50 Mann von 4 Feuerwehren sind 5 Stunden im Einsatz, bis der Brand gelöscht ist.

20.06.2000, ca. 6.40 Uhr
Ein Jäger entdeckt nahe dem Moscherkamm in Mautstatt ein Glutnest. Noch bevor sich das Feuer ausbreiten kann, wird es von der sofort alarmierten Feuerwehr Mixnitz abgelöscht.

19.08.2000, 16.50 Uhr
Die Feuerwehr Pernegg rückt zu einem Waldbrand in den Höllgraben bei Traföß aus. Weiters werden die Feuerwehren Mixnitz und Breitenau sowie die Betriebsfeuerwehr Veitsch-Radex alarmiert. 32.000 Liter Wasser müssen über 6 Kilometer Forststraßen transportiert und anschließend durch eine 300 Meter lange Schlauchleitung zu der in unwegsamen, steil ansteigenden Gelände gelegenen Brandstelle (ca. 250 m²) gepumpt werden. Bis spät in die Nacht und auch am darauffolgenden Vormittag sind die Feuerwehren im Einsatz, bevor um 12.30 Uhr die letzten Glutnester gelöscht sind.

 

3 Waldbrände, die durch den raschen Einsatz der Feuerwehren gelöscht wurden, bevor sie groß genug waren, um in den Schlagzeilen der Zeitungen erwähnt zu werden. Nur das dichte Netz von Feuerwehren in unserem Land macht ein derartig schnelles und effizentes Eingreifen möglich.

3 von jährlich über 1.000 Bränden dieser Art - allein in der Steiermark.

50 Mann von 4 Feuerwehren waren beim Waldbrand im Rassgraben im Einsatz.
20.06.2002. Der Einsatzort ist nur über schlecht befahrbare Forststraßen erreichbar.
300 m Schlauchleitung muss durch unwegsames Gelände zur Brandstelle verlegt werden.

 


Wer rasch hilft, hilft doppelt -
Neues MTFA und Abschleppachse für die FF Mixnitz
zurück
Veröffentlicht Blaulicht 12-99
Text Peter Schentler und Ingo Mayer
Fotos FF Mixnitz

Im Zuge eines mehrjährigen Projektes sollte die Fahrzeugzusammensetzung der Feuerwehr Mixnitz gänzlich umgestaltet werden. Die Aufgaben eines TLF 1000 und eines KLF, die altersbedingt auszuscheiden waren, sollten von einem RLFA 1000 und einem MTFA übernommen werden. Nach der 1997 erfolgten Indienststellung eines Rüstlöschfahrzeuges, wurde am 17. Oktober 1999 dieses Vorhaben mit der offiziellen Übergabe des Mannschaftstransportfahrzeuges abgeschlossen.

Das neue Mannschaftstransportfahrzeug, ein Landrover Defender 110TDI, ausgestattet mit permanentem Allradantrieb, 122-PS-Turbodieselmotor und rostfreier Aluminiumkarosserie, weißt einerseits die nötige Schnelligkeit und Geländegängigkeit auf um Einsatzmannschaften an ihr Ziel zu bringen, ist andererseits aber auch als Einsatzleit- und Pressestelle einsetzbar. Weiters besteht die Möglichkeit, in der Dachbox und auf einem Transportschlitten kleinere Gerätschaften mitzuführen. Natürlich werden auch die vielen Dienstfahrten außerhalb des Einsatzgeschehens (Veranstaltungen, Wettkämpfe...) mit diesem Fahrzeug absolviert. Die Finanzierung dieses Fahrzeuges erfolgte durch die Gemeinde Pernegg, das Land Steiermark und die FF Mixnitz.
Im Gegensatz zum MTFA ist die vollständig aus Festeinnahmen der Feuerwehr Mixnitz finanzierte Abschleppachse keine Ersatzanschaffung für ein ausscheidendes Fahrzeug. Dieser Ankauf erfolgte aus dem Gedanken heraus, dass die Minimierung der Stauzeiten bei Verkehrsunfällen in der heutigen Zeit immer wesentlicher wird. Seit Indienststellung der Abschleppachse ist die Feuerwehr Mixnitz nun in der Lage, verunfallte Fahrzeuge mit minimalen Zeit- und Personalaufwand zur nächsten Ausweichstelle zu bringen und damit die Straße so schnell wie möglich wieder für den Verkehr freizugeben. Auch im Hinblick auf den Ausbau der B335 zu einer vierspurigen Autostraße und das damit steigende Verkehrsaufkommen wird sich die neue Abschleppachse als wesentlicher Bestandteil im Einsatzbetrieb der FF Mixnitz etablieren.

Bei Einsätzen im Sommer dieses Jahres konnten wir uns bereits von den Vorteilen des MTFA und der Abschleppachse überzeugen. Durch die Kombination von altbewährtem und neuem ist die Freiwillige Feuerwehr Mixnitz nun in der Lage, noch schneller und effizienter helfen zu können. Denn wer rasch hilft, hilft doppelt.

Das Fahrzeug wurde im Rahmen eines Frühschoppens im Oktober 1999 eingeweiht.
Das neue MTFA und die Abschleppachse.

 


Nasser Rückblick: Der Sommer, in dem die Fluten kamen zurück
Veröffentlicht Blaulicht 4-98
Text Ingo Mayer
Fotos FF Mixnitz

Der Sommer 1997 bescherte der Feuerwehr Mixnitz die schwersten Hochwassereinsätze seit Bestehen der Wehr. Die Ursachen und Wirkungen der beiden größten Schadensereignisse - von insgesamt 25 Einsätzen dieser Art im vergangenen Sommer - seien in folgendem Bericht kurz dargestellt.

DIE MURE
Dienstag, 12. Juni 1997, 06.45 Uhr. Seit 17.00 Uhr des Vortages führt der Moscherbach, ein im Sommer üblicherweise eher unauffälliges Rinnsal, Hochwasser. Der Weg des Wassers führt bereits entlang einer Zufahrtsstraße und nicht mehr durch das ursprüngliche Bett. 2 Bagger verhindern die gesamte Nacht über ein Einbrechen der Wassermassen in die angrenzenden Wohnhäuser.

Um 6.30 Uhr morgens herrscht plötzlich gespenstische Ruhe. Unerwartet und überraschend schnell ist der Wasserstrom des Baches beinahe versiegt. 15 Minuten später die Erklärung: Eine ca. 3-4 m hohe Schlammlawine stürzt aus dem Moschergraben, ergießt sich über eine Wiese, erreicht dabei eine Breite von ca 100 m und tritt danach in die an die Wiese angrenzenden Gärten und Wohnhäuser ein.

Einsatzmaßnahmen
Die vom nächtlichen Einsatz noch nicht wieder eingerückten Einsatzkräfte veranlassen die Alarmierung des Feuerwehrabschnittes Bruck Süd und beginnen sofort mit der Rettung aller im Gefahrenbereich befindlichen Personen, da in regelmäßiger Folge Schlammlawinen nachfolgen.

Im Wesentlichen wurden folgende Maßnahmen getroffen:

# Sperre der Volksschule, Verständigung der Schulleitung
# Evakuierung von 13 Personen aus 10 Wohnhäusern, darunter einer bettlägerigen Person und Versorgung bzw. Abtransport durch das Rote Kreuz.
# Sperre der Landes- und Gemeindestraße und Information der ÖBB über Gefährdung der Südbahnstrecke
# Einrichtung einer Einsatzleitstelle Vorort und einer zentralen Meldestelle im Rüsthaus, um telefonische Schadensmeldungen, Anfragen von Behörden und Presse und Aufträge an die Einsatzkräfte optimal koordinieren zu können.
# Verständigung von insgesamt 7 Baggern und 3 Lkws um den Schlamm umzulenken bzw. abzutransportieren.

Nach Stabilisierung der Lage wurde systematisch mit Auspumparbeiten und der Freimachung der Verkehrswege begonnen. Die Aufräumungsarbeiten der Feuerwehr beschränkten sich in den darauffolgenden Tagen auf Reinigungsarbeiten mittels Feuerwehrgerätschaften; die Beseitigung der Schlammassen übernahm eine Pioniereinheit des Österreichischen Bundesheeres.

Ursache und Wirkung
Der Auslöser für diese Murre war eine ca. 1 ha große Hangrutschung im obersten Bereich des Moschergrabens, welche kurzzeitig den Wasserstrom aufstaute und anschließend als Schlammlawine ins Murtal raste.

Schadensbilanz: 3 Wohnhäuser, welche im Moschergraben liegen werden aus Sicherheitsgründen bzw. Folgen der Zerstörungen nicht mehr bezogen; der Verlauf des Baches wird völlig neu gestaltet; 7 Häuser können nach dem Auspumpen oder "Ausschaufeln" des Schlammes aus den Kellern wieder bezogen werden.

 

DIE SPRINGFLUT
Samstag 6. September 1997, 19.45 Uhr. Ungewöhnliches Grollen läßt Anrainer des Mixnitzbaches Nachschau halten. Sie bekommen noch nie dagewesenes zu sehen: Der Mixnitzbach steigt von einer auf die andere Sekunde um über einen 1 Meter (!!) an, führt riesige Mengen an Geröll und Holz mit und tritt infolge über die Dammkrone der Wildwasserverbauung. Die Bewohner von 13 Wohnhäusern sind von reißenden Fluten eingeschlossen, da der Bach einerseits hinter ihren Häusern über die Ufer tritt und andererseits, aufgrund der großen Wassermenge, auch entlang der Gemeindestraße vor ihren Häusern vorbei strömt. Und leider nicht nur vorbei.

Einsatzmaßnahmen
Nach der Alarmierung versucht das erste Fahrzeug in den Bärenschützgraben zu fahren, scheitert jedoch nach ca. 200 m Fahrt - das Rüsthaus lag ebenfalls im Überschwemmungsbereich - an den ca. 50 cm hohen reißenden Bach auf der Fahrbahn. Es werden daher 5 umliegende Feuerwehren alarmiert und folgende Maßnahmen getroffen.

# Aussendung von Erkundungstrupps, taleinwärts zu Fuß, talauswärts mit Fahrzeugen zu den meist gefährdeten Wohnhäusern und Brücken.
# Sperre der Südbahnstrecke der ÖBB und der Gemeindestraßen im Gefahrenbereich.
# Evakuierung einiger fahrlässig agierender Fahrzeugbesitzer und Schaulustiger (ungeachtet der extrem starken Strömung versuchte 1 Person zu ihrem im Überschwemmungsbereich liegenden Fahrzeug zu gelangen, 3 andere standen nur wenige Zentimeter neben der durch Unterspülung ständig weiter abbrechenden Bachböschung!).
# Errichtung einer Einsatzleitstelle im Rüsthaus unter Einbeziehung von Feuerwehr, Gendarmerie, Bergrettung, Behörde.
# Entsendung von 4 Suchtrupps, nachdem in der zerstörten Bärenschützklamm aufgrund der auf den Parkplätzen aufgefundenen Pkws noch Personen vermutet werden.
# Auspumparbeiten bei mehreren Wohnhäusern unter Einbeziehung einer Fachfirma, da ein Heizöltank in einem überfluteten Keller aufschwamm und Leck schlug (16 000 l Sondermüll!).

Umleitungsarbeiten des Wassers waren nicht möglich bzw. notwendig, da bereits eine Stunde nach Einsatzbeginn der Wasserstrom wieder drastisch zurückgegangen war.

Ursache und Wirkung
Ein starkes Gewitter auf der Teichalm, dem Einzugsbereich des Mixnitzbaches führte zu einem starken Ansteigen des Teichalmsees. Um den Wasserspiegel abzusenken wurde von Anrainern des Sees eine Schleuse geöffnet, wodurch der Inhalt des Teichalmsees in Form einer riesigen Wasserwalze zuerst durch die Bärenschützklamm stürzte - und dabei fürchterliche Zerstörungen anrichtete - und anschließend vermengt mit Geröll und Holz das Bärenschütztal in Mixnitz überflutete.

Schadensbilanz: Wie durch ein Wunder befand sich zu diesem Zeitpunkt keiner der an diesem Tag ca. 500 Bärenschützklammbesucher in der Klamm oder in der Nähe des Baches. Es hätte ihren sicheren Tot bedeutet!!! Die Steiganlagen wurden vollständig zerstört. Schadenssumme 2 Mio. Schilling. Die Schäden durch zerstörte Waldflächen, weggespülte Brücken und Straßen, vernichtete Fischgewässer und ähnliches beliefen sich auf weitere ca. 2 Millionen. Im Tal standen bei 8 Wohnhäusern Keller unter Wasser, die ÖBB Südbahnstrecke war 60 Minuten gesperrt, die Gemeindestraße wurde auf 1 km schwer beschädigt oder weggerissen. Bauliche Konsequenzen: alles wird unverändert wiedererrichtet. Im Gegensatz zum Murenabgang gibt es keine Verbesserung der Sicherheit.

EINSATZERKENNTNISSE
1. Bei allen derartig weitläufigen Schadensereignissen ist eine gut funktionierende fixe Leitstelle die Basis für den Einsatzerfolg. Mindestens 2 qualifizierte Feuerwehrmänner, gute Kommunikationeinrichtungen und exakte Protokollierung gewährleisten einen ständigen Überblick über Schadens- und Eigenlage.
2. Von Beginn eines solchen Langzeiteinsatzes an müssen Personalreserven der ortszuständigen (=ortskundigen) Wehr verfügbar bleiben, um nicht delegierbare Lotsen- und Versorgungsaufgaben erfüllen zu können.
3. Die neue Einsatzschutzbekleidung wurde von 50 % unserer Einsatzmannschaft bei beiden Ereignissen getragen. Ergebnis: Durch die Wasser- und Winddichtheit der neuen Hosen und Jacken war auch nach 8 Stunden Einsatz (immer im Regen) keinerlei Unterkühlung oder Durchnässung bemerkbar. Während Mitglieder mit "grünen" Hosen und Regenjacken Ersatzbekleidung anforderten, konnte die "blau-gelbe" Gruppe durchgehend an der Einsatzstelle bleiben.
4. "Vorwarungen" sind nur sinnvoll, wenn sie vor Eintritt des Ereignisses bei der zuständigen Feuerwehr - in diesem Fall die im Tal befindliche Wehr Mixnitz - eintreffen.

SCHLUSSBEMERKUNG
Naturkatastrophen sind nicht "beherrschbar".

Die Einsätze zeigten aber, dassFeuerwehren derartige Großschadensfällen für die Betroffenen mildern können. Es gab keine Verletzten oder gar Tote. Dennoch muß die bauliche Gefahrenprävention im Bereich des Bärenschützbaches als unzureichend beurteilt werden. Mit Überlaufen des Teichalmsees und zusätzlichem Öffnen der Schleusenanlage entstand eine Flutwelle, welche ungebremst ins Tal stürzen konnte. Es gab und gibt keine weiteren Rückhaltebauten, welche die Wucht solcher Wassermassen abschwächen würden. Es ist nicht einzusehen, daß für die oft zu hunderten in der Bärenschützklamm befindlichen Wanderer und die im Tal wohnende Bevölkerung von Mixnitz, jederzeit wieder eine, vielleicht auch todbringende, Flutwelle entstehen kann. Dies muß als unnötiges, wenn nicht fahrlässiges Sicherheitsrisiko beurteilt werden.

Hochwasser Moschergraben 1. Tag: Seit 17.00 Uhr versuchen die Feuerwehren die Häuser vor dem Eindringen der Wassermassen zu schützen.
Hochwasser Moschergraben 1. Tag: Die Feuerwehrmitglieder sind die ganze Nacht im Einsatz.
Hochwasser Moschergraben 2. Tag: Die asphaltierte (!!!) Straße wurde von der Mure völlig verwüstet.
Hochwasser Moschergraben 2. Tag: Der Ort gleicht einem Katastrophengebiet.
Hochwasser Moschergraben 2. Tag: Zahlreiche Gebäude wurden vom Schlamm beschädigt.
Hochwasser Moschergraben 2. Tag: Auch dieses Gebäude wurde nach den Unwettern nicht mehr bezogen.
Hochwasser Bärenschütz: Am 2. Tag werden die Beschädigungen im vollen Ausmaß sichtbar.
Hochwasser Bärenschütz: 1/3 der Brücken und Steige der Bärenschützklamm wurden zerstört. Auch die Brücke bei der Zufahrt zur Kassierhütte wurde vom Wasser "zerbrochen".
Hochwasser Bärenschütz: Die Bärenschützstraße wurde an vielen Stellen unterspült oder beschädigt.

 


Der Schritt ins nächste Jahrtausend - Neues Rüstlöschfahrzeug in Mixnitz zurück
Veröffentlicht Blaulicht 11-97
Text Ingo Mayer
Fotos FF Mixnitz

Der "Kurzeinsatz" nach der feierlichen Übergabezeremonie am 20. Juli dieses Jahres zeigte es deutlich: dieses Fahrzeug ist ein "Alleskönner". Natürlich kann es weder schwimmen, noch fliegen, dennoch verdient das Fahrzeug dieses Kompliment, konnten auf dem neuen RLFA 1000 Stmk doch alle wesentlichen Gerätschaften für den Ersteinsatz vereint werden:

Löschmittel: Wassertank >1500 L, Schaum, Pulver, CO2; Pumpen: HMP24, Tauchpumpe; Schläuche: 450 m B, C und HD;
Körperschutz: Atem-, Hitze-, Säureschutz, Schwimmwesten; Rettungsgeräte: hydraulische Schere und Spreizer SP30, Rettungsschlitten, Vakuummatratze, Abseilgeräte, Sanitätskästen; Seilwinde: heckseitig eingebaut, 5 to Zugkraft; Absperrgerät: Verkehrsleitkegel, Blinkleuchten...; Stromversorgung: 5,5 kVA Generator tragbar; Beleuchtung: 6 m Lichtmast mit 4 x 1000 W Scheinwerfern, 2 x 1500 W Scheinwerfer auf Stativen, Suchscheinwerfer; Kommunikation: 3 Funkgeräte, Mobiltelefon; Öleinsatzgerät: 40 kg Bindemittel, Auffangschlauch für 300 L; Sonstiges: Schanzwerkzeug, Kettensäge, 9 m Schiebeleiter.

Aufgebaut wurde der Rosenbauer AT Aufbau für eine Besatzung von 1:7 auf ein Mercedes Benz Fahrgestell. Technische Daten: 240 PS, Allrad permanent, alle Längs- und Achsdifferentiale sperrbar, splitbares 6-Ganggetriebe mit 2 Gruppen, gesamte Fahrzeugbreite auf 2300 mm reduziert, höchstzulässiges Gesamtgewicht 12 to.

Erste Einsatzerfahrungen insbesondere bei einem Murenabgang und einem schweren Verkehrsunfall zeigen, daß der gewählte Weg eines Universalfahrzeuges zweifelsohne richtig war.

Das neue RLFA.
Das Fahrzeug wurde am 20. Juli 1997 offiziell in Dienst gestellt.

 


Alpinunfälle: Neue Nachtrettungsmöglichkeit zurück
Veröffentlicht Blaulicht 9-1995
Text Ingo Mayer
Fotos FF Mixnitz

Die meisten Alpinrettungsaktionen beginnen am späteren Nachmittag und ziehen sich bis in die Nachstunden hin. Die Suche nach besseren Beleuchtungsmöglichkeiten im Alpindienst führte zu einem neuen Lichtsystem.

Im Einsatzgebiet der Feuerwehr Mixnitz liegen einige der bekanntesten und beliebtesten Klettergebiete des Grazer Berglandes. Die Hilfeleistung bei in Bergnot geratenen Personen stellt daher für die Feuerwehr keine Seltenheit dar. Bei vielen gemeinsamen Alpineinsätzen mit der Bergrettungsortsstelle Mixnitz trat jedoch immer wieder dasselbe Problem auf: Die Rettungsaktion beginnt am späteren Nachmittag, zieht sich jedoch aufgrund ihrer Zeitaufwendigkeit bis in die Nachtstunden hin. Infolge der damit eintretenden Dunkelheit mußte die Bergung entweder abgebrochen werden oder konnte nur unter extremen Risiko für die in der Felswand tätigen Bergrettungsmänner fortgesetzt werden. Da beide Varianten ungeeignete Vorgangsweisen darstellten, begann die Suche nach einer Beleuchtungsmöglichkeit für Felswände.

Nach mehreren unbefriedigenden Beleuchtungsversuchen mit Flut- und Arbeitsstellenscheinwerfern der Feuerwehr, entliehenen Suchscheinwerfern von Schiffen oder der Benützung eines Hubschraubers zur Ausleuchtung des Felsens aus der Luft, erwarb der Bergrettungsdienst von der Firma "happy sound"-Lichtsysteme zwei modifizierte Flugzeugscheinwerfer, welche ursprünglich zur Beleuchtung der Rollbahn beim Landeanflug dienten. Anläßlich einer gemeinsamen Übung konnte damit eine praktikable Nachtrettungs-möglichkeit für in Bergnot geratene Kletterer demonstriert werden.

Diese Rettungsmethode kann nur durch die, sowohl in personeller, wie auch in materieller Hinsicht enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Bergrettungsdienst realisiert werden. Seitens des Bergrettungsdienstes werden dabei Mannschaft und Gerät für den Einsatz im Fels, sowie die beiden Scheinwerfer und 150 m Kabel beigestellt, die Feuerwehr sorgt mit ihrem geländegängigem Fahrzeugen für den Transport des Gerätes bis möglichst nahe an den Einsatzort und stellt mittels Notstromaggregat die notwendige Energie bei. Sollten die Geländegegebenheiten einen Transport mit Fahrzeugen nicht zulassen, kann der gesamte Beleuchtungssatz auch zu einem geeigneten Aufstellungsort getragen oder in Sonderfällen mittels Hubschrauber geflogen werden. Die Scheinwerfer, welche bei einer Spannung von 28 V betrieben werden (ein mitgeführter Transformator wandelt die 220 V des NS-Generators), haben eine Nennleistung von je 600 Watt und ermöglichen eine Ausleuchtung von Objekten bis in eine Entfernung von 1500 Metern - dadurch ist es in vielen Fällen möglich, direkt von Forststraßen aus die Beleuchtung vorzunehmen! Die dabei erzielte Lichtintensität in der angestrahlten Felswand beschreibt am Besten der Funkspruch eines, sich in der zirka 1000 m entfernten Wand befindlichen Bergrettungsmannes: "Do kannst jo Zeitung les'n".

Mit diesen Scheinwerfer können Felswände aus bis zu 1.500 m Entfernung ausgeleuchtet werden.
Feuerwehr und Bergrettung arbeiten bei dieser Rettungsmethode intensiv zusammen.

 


Waldbrand zurück
Veröffentlicht (vermutlich) Tagespost 10. Februar 1936
Text ???
Fotos -

Waldbrand. Aus Mixnitz, 7. d., meldet man uns: Die hiesige Freiw. Feuerwehr wurde am 6. d. um 10 Uhr nachts zu einem Waldbrand alarmiert, der südlich von Mixnitz durch Funkenflug aus einer Lokomotive ausgebrochen ist. Die Ortswehr unter Kommando des Wehrhauptmannes Franz Schlager rückte sogleich zur Brandstelle ab, die sich im Waldeigentum der Bundesbahnverwaltung bei km. 173.7 im Gemeindegebiet Röthelstein befand.

Durch das rasche und umsichtige Eingreifen der Wehr gelang es, das Feuer in kurzer, harter Arbeit zu lokalisieren und es trotz Sturmwind auf einen kleinen Raum zu beschränken.

 


Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und Rettungsabteilung Mixnitz zurück
Veröffentlicht (vermutlich) Tagespost 9. April 1932
Text ???
Fotos -

Mixnitz. (Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und Rettungsabteilung.)

Seit 26 Jahren besteht in Mixnitz ein Löschzuug, der der Freiw. Feuerwehr Pernegg angegliedert war. Die Entwicklung des Ortes einerseits sowie die räumlich Entfernung von der Mutterwehr ließ es schon lange wünschenswert erscheinen, eine selbständige Wehr zu gründen, zumal auch im Vorjahre durch das Entgegenkommen der Gemeinde Pernegg ein eigenes hübsches Rüsthaus in Mixnitz erbaut werden konnte. Samstag, den 2. April, abends fand nun im Gasthause des Herrn Franz Schlager die Gründungsversammlung statt.

In seiner Eröffnungsansprache konnte der Vorsitzende außer den vollzählig erschienen Wehrmännern noch besonders folgende Herren begrüßen: Bürgermeister Hubmann, Hauptmann Hermann und mehrere Ausschussmitglieder der Freiw. Feuerwehr Pernegg, sowie Bezirksobmann Burger mit einigen Kameraden der Freiw. Feuerwehr Bruck a. M. Nach Verlesung der Satzungen wurde die Gründung beschlossen. Bezirksobmann Burger gab sehr wertvolle Anregungen und Aufklärungen bezüglich des Versicherungswesens, der Ausbildung der Mannschaft in Spezialkursen beim Landesverband Graz und der praktischen Verwendung der Geräte. Nach einem Aufruf an die Wehrmänner, den freiwillig übernommenen Dienst pflichtgetreu und mit eiserner Disziplin gut zu erfüllen, schloß er seine beifällig aufgenommenen Ausführungen mit den besten Wünschen für ein Blühen und Gedeihen der jungen Wehr.

Hauptmann Hermann, Pernegg, begrüßte den Beschluß des Löschzuges Mixnitz, sich selbständig zu machen und wünschte der neuen Wehr ebenfalls bestes Gelingen. Hierauf ergriff Bürgermeister Hubmann das Wort. Er führte aus, daß der Löschzug Mixnitz in den 26 Jahren, die er der Pernegger Wehr angegliedert war, stets besondere Strammheit zeigte und die Kameraden immer vollzählig am Platze waren, trotz der beträchtlichen Entfernung. Sein Wunsch war es schon lange, dass Mixnitz eine eigene Wehr bekäme und er freue sich, nunmehr der Gründung beiwohnen zu können. Er sprach auch dem Hauptmann Hermann seinen besten Dank aus für dessen Bemühungen um die Mixnitzer Kameraden und den Rüsthausbau daselbst. Die Gemeinde Pernegg werde jederzeit der Feuerwehr die größtmögliche geldliche Unterstützung angedeihen lassen. Nachdem Bürgermeister Hubmann noch im besonderen die vorbildliche Tätigkeit des Hauptmannes Hermann und seine Bemühungen um das Wohl der Mixnitzer Wehr erwähnt hatte, stellte er den Antrag, die neugegründte Feuerwehr möge zu ihrem ersten Ehrenhauptmann den Pernegger Hauptmann Hermann ernennen, was hierauf unter allgemeinem Beifall einstimmig erfolgte.

Nachdem noch Bezirksobmann Burger und Kam. Sarkletti ihrer Freude über diese Ernennung Ausdruck verliehen hatten, dankte Ehrenhauptmann Hermann in bewegten Worten für die ihm zuteilgewordene Anerkennung, die viel zu groß sei, denn was er getan habe, müsse ja jeder Feuerwehrmann tun. Er werde in in Hinkunft der Mixnitzer Wehr die vollste Unterstützung angedeihen lassen.

In den ersten Ausschuss wurden folgende Chargen gewählt: Hauptmann Fr. [Franz] Schlager, Stellvertreter Johann Ebner, Schriftführer August Rinnerhofer, Kassier Alois Sarkletti, Brandmeister Josef Klominger, Rottführer und Zeugwart Julius Hofer, Sanitätführer Hans Stöger. Nach einigen Anfragen und Mitteilungen schloss Hauptmann Schlager mit Dankesworten den ernsten Teil der Versammlung, dem sich ein gemütlicher anschloss.